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Kommentare - - Seite 89

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ermüdende Displays

    16.06.2014, Harold Eggink
    Auf S. 48 des Artikels heißt es: 
"Vor allem Computerbildschirme, Smartphones und Tablet-Displays leuchten dem Betrachter ins Gesicht und verursachen damit häufig nach einigen Stunden verschwommenes Sehen oder Kopfschmerzen."

    Dieses "Leuchten ins Gesicht" deutet schon auf das Problem hin. Das Display ist in dem Fall heller als die Umgebung. Man würde es ja sonst nicht als Leuchten empfinden, wenn die Umgebung gleich hell wäre.

    Die Augen versuchen, sich auf die Helligkeit des Umfelds einzustellen. In diesem Fall entspricht das Umfeld der Sehbreite, dem Sehfeld der Augen - ein "Breitbild", wie man es vom Kino oder neueren Fernsehern kennt. - Das Display ist aber nur eine relativ kleine Fläche vor den Augen.

    Ist ein Display oder Monitor heller als die Umgebung, versuchen die Augen, sich auf diese Helligkeit einzustellen, indem die Pupille sich verengt. Gleichzeitig wird aber auch die Umgebung wahrgenommen, weswegen die Pupille sich weiten sollte. Weil die Augen aber beim Lesen hin und her wandern, wandert auch das helle Feld im Sichtfeld des Auges, das auch ab und zu in den dunkleren Bereich schaut. Die Pupille versucht sich ständig daran anzupassen. - Richtig gesagt ist das nicht die Pupille, sondern die Iris, durch die die Größe der Pupille eingestellt wird. - Gesteuert wird das durch das Gehirn. Die Pupille ist aber ein Muskel, der dabei ständig beansprucht wird. Muskeln ermüden aber nach einiger Zeit.

    Erschwerend kommt hinzu, dass jedes Auge etwas anderes sieht. Das rechte Auge sieht die helle Fläche im linken Teil des Sehfeldes. Das linke Auge sieht die hellere Fläche im rechten Teil des Sehfeldes. Die Helligkeit insgesamt ist damit ungleich verteilt und beansprucht damit sowohl die Iris als Muskel als auch das Gehirn, das die Iris steuert. - So ist es kein Wunder, dass die Arbeit an einem hellen Display anstrengend und ermüdend ist.

    Dabei ist es so einfach, sich die Arbeit zu erleichtern. Dazu muss auch das Umfeld hell genug sein, besonders in den Räumen, in denen man ein Display betrachten muss. Das trifft in besonderem Maße auch für die Arbeit im Büro zu.

    Jeder kann das auch selbst testen, indem man das Display oder den Monitor wechselnd in einem dunkleren Raum oder bei eingeschalteten hellen Lampen betrachtet. Im dunklen Raum wird das richtig unangenehm. Sogar das Tageslicht in einem Raum kann schon zu dunkel sein, weshalb auch dann eine zusätzliche Beleuchtung nötig sein könnte.

    Ihre Zeitschrift habe ich abonniert und freue mich jedes Mal, wenn es eine neue gibt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Harold Eggink
  • Zu wenig Lärm um Wichtiges

    14.06.2014, Josef Büttner
    Ich kann Friedrich Pekus nur Recht geben: Mehrfach versuchte ich eine Kontaktaufnahme mit Frank Wittig auf Grund eines aktuellen brisanten Falls, welcher auf Messers Schneide liegt. Ich postete direkt in seiner Facebook-Seite, schrieb ihm per E-Mail an, doch nicht die geringste Reaktion.
    Änlich verhält sich der Fachjournalistenkollege Bernd Neumann. Was soll man darüber denken?
    Wer den Anspruch erhebt, die Umtriebe krimineller Organisationen aufzudecken, sollte mehr zu bieten haben.
    Eine Hiobsbotschaft löst die andere ab, man muss sich ernstlich fragen, wie weit gehen diese Verknüpfungen des Elends und des Todes.
    (siehe dazu: http://www.verpasst.de/sendung/168211/Heute_In_Deutschland.html
  • Neue Begriffe werden benutzt

    06.06.2014, Stefan Pschera
    Immer wieder ist zu lesen von "verdrahtet", Verdrahtung","Verschaltung". Dies sind eigentlich Begriffe der Elektrotechnik. Bei Wikipedia werden diese Begriffe hinsichtlich des Gehirns als unwissenschaftlich abgelehnt.
    Durch die synapsischen Verbindungen werden Erregungen wie auf einer Kette von Neuron zu Neuron weitergereicht. Obwohl existent und in den Grafiken des Konnektoms dargestellt, gibt es für diese Ketten noch keinen neurobiologischen Begriff.
    Warum nicht?
  • Alles Leben ist Problemlösen!

    05.06.2014, Prof. Dr. Karsten Löhr
    Der Begriff "Verstehen" ist in den vorgestellten "vier Denkmanövern" etwas missverständlich.
    Vergleicht man es mit der Lernzieltaxonomie von Benjamin Bloom (1974), dann handelt es sich der Beschreibung nach eher um die "Anwendung" der Kognition - im Sinne einer Abstraktion - als um das Verstehen von Wissen im Sinne einer Interpretation.
    Dieser begriffliche Unterschied scheint mir gerade bedeutsam zu sein, um Unterschiede zwischen einer intellektuellen Schulung von Kenntnissen (Wissen & Verstehen) und einer problemorientierten Ausbildung von Fähigkeiten (Abstraktion, Analyse, Synthese und Evaluation) zu machen.

    Denkt man nämlich diesen bloomschen Ansatz der Lernziele weiter, so ergeben sich auch für die anderen "Denkmanöver" passende Entsprechungen:
    - im "Formulieren" steckt die Analyse eines mentalen Models,
    - im "Ausführen" die Synthese einer richtigen Reihenfolge,
    - und im "Bewerten" die Evaluation durch regelmäßige Prüfung.

    Meinen Glückwunsch, dass es hier offenbar gelungen ist, rein intuitiv das gängige Modell wiederzuerfinden.
    Für weitere Diskussionen wäre aber ein kleiner Hinweis auf die lerntheoretischen Hintergründe angebracht.
  • Borderline

    03.06.2014, Schmidt
    Um mal klarzumachen, dass es sich bei Essstörungen um keinen "Spaß2 handelt und um allen, die "ana" und "mia" cool finden, mal zu zeigen, dass ne ES auch tödlich enden kann (was von den meisten Menschen unterschätzt wird!), hier mal ein Bild einer Bulimikerin, die auf Grund ihres geplatzten Magens starb, plus der Obduktionsbericht dazu:

    Magenwanddurchbruch auf Grund eines Fressanfalls. [..]

    Sie hat bereits den Zustand der Leichenstarre erreicht, der im Zeitrraum von 12 bis 72 Stunden eintritt. Die Hämatome schränken den Zeitpunkt des Todes auf 8+ Stunden ein. Ihre Augen waren nicht mehr klar ("clouded"), was nach etwa 2 bis 4 Stunden geschieht. Wenn man sich ganz genau ihren Bauch anschaut, kann man den grünen Farbstich erkennen, der ein typisches Zeichen für das Verrotten der inneren Organe ist (Anm. "livor mortis" - Totenflecke; sie werden zuerst am Nacken und den seitlichen Halspartien sichtbar). Dieser Prozess hat möglicherweise das Verdauen ihrer Innereien beschleunigt, was normalerweise mehrere Tage braucht.

    Die Hämatome verlangten eine Autopsie.

    Als ihre Magen explodierte, ergoss sich alles in das Innere ihres Körpers. Blut und Essen verteilte sich um Anus und Vagina herum und ließ es aussehen, als seien "frische blaue Flecken" entstanden. Also musste eine Autopsie durchgeführt werden, um sexuelle Einflüsse auszuschließen. Durch die Autopsie fand man heraus, dass ihr Magen vom Rippenbogen bis zum unteren Beckenknochen geweitet war. Außerdem wies er noch einen großen Riss auf.

    Abgesehen davon wies sie auch einige Abnormalitäten auf: Ihr Herz war klein und zeigte die üblichen Symptome eines "hungernden Herzens" – zerstörte Muskeln, tote Immunzellen. Ihr Gehirn war geschwollen, wahrscheinlich aufgrund des massiven Blutflussanstieges nach dem Magenwanddurchbruch, und es begann aus ihrem Schädel zu quellen, bevor sie starb. Sie wies außerdem eine Lugenentzündung auf – nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass Hungern die virale Immunantwort schwächt.

    Wie ein typischer FAler starb ihr Magen bereits vor der Explosion. Gemeint ist: Jedes Mal, wenn gefressen wird, breitet sich der Magen ein Stückchen mehr aus, bis er irgendwann (bald!) die (Anm.: viszeralen – "organversorgenden") Blutgefässe abquetscht und somit die Nährstoffversorgung für dieses Gebiet stoppt. Dadurch wird das Gewebe zerstört. Dieses Gebiet ist somit so geschwächt, dass jeder weitere FA hochgefährlich ist. Aufgrund des deutlichen erhöhten Druckniveaus, gießt das Sichübergeben nur noch mehr Öl in die Flamme.

    Aber unfassbarerweise: Die Magenwandperforation brachte sie nicht um! Grund dafür ist die natürliche Reaktion des Körpers. Als der Magen explodierte, antwortete er mit der typischen Immunantwort: Ihre Blutgefässe wurden erweitert, ihr Blutdruck fiel rapide ab, sie wurde ohmächtig, und ihr Herzschlag verlangsamte sich bis er dann ganz stoppte.

    Und sowas kann JEDEM passieren. Auch wenn man einfach mal "schnell kotzen" möchte, weil man etwas zu viel gegessen hat.

    Ich hab außerdem mal nen Bericht im TV gesehen, über ein Mädchen, welches im Schlaf an nem Herzstillstand starb. Denn auch durch den Elekrolytverlust (auch auf Grund von Abführmittelmissbrauch) kann man sterben. Und wie gesagt, es sind nicht immer "nur die anderen". Es kann jedem passieren.

    Eine Essstörung ist sehr, sehr ernstzunehmen und kein "Spiel"!!!

    (Statistiken und genauere Infos findet ihr unter der Rubrik "Bulimie"!)

    Außerdem hier mal der Link zu ner Seite, auf welchen ihr ES-Todesopfer und die Art ihrer ES sehen könnt:

    Ich finde es immer wieder amüsant, wie man Borderline zu erklären versucht!!!!!!
    Es gibt Ausnahmen!!!!!!
    So habe ich mit 16 ein Mädchen kennengelernt ... es war eine sehr liebe Person!!!!
    Sie ist die Tochter von einem Oberarzt in der Psychiatrie ...!!!!!
    Auch Selbstverletzer!!!!!!
    Aber wenn ich mir mich anschaue ...
    kann ich dir in einem Buch wiedergeben warum!!!
    Und dir 23 Jahre nicht unbedingt positive Erlebnisse zeigen.
    Trotzdem würde ich jedem heute davon abraten!!!!!
    Heute mit meinen morgen 30 Jahren und anderthalb Beinem an meinem eigenem Grab, stelle ich fest:
    30 ist sehr, sehr jung!!!!!!!!!!
    Das leben hat so viel zu bieten
    Doch mit popeligen 16 Jahren hast du keine Ahnung, was!!!!!!!!
  • Borderline ein Fluch

    02.06.2014, Spatzenfreund
    Hallo Janin,
    ja, es ist ein Fluch ...
    Also, an einer nicht berechtigten Eifersucht kannst Du doch arbeiten, mit Vertrauen wird das zu erreichen sein.
    Und das ist Partnerschaftsarbeit!
    Und das solltest Du bzw. Ihr Euch erarbeiten, stell Dir doch immer erst selber die Frage, ist es berechtigt oder warum sollte er.
    Geh 'ne Runde an die frische Luft alleine oder am besten mit Deinem Partner, rede mit ihm.
    Sag ihm, was grade in Dir abläuft.
    Denk immer an DEINEN Anteil.
    Wenn man selber nicht betroffen ist, kann man sich das nicht vorstellen, was da in Euch abläuft!
    Konnte ich auch nicht, erst durch mein vieles Lesen über dieses Krankheitsbild bekomme ich immer mehr Einblick und kann einiges aus meiner Beziehung deuten und verstehen.
    Glaubt an Euch jeden Tag....
    Sag Dir, ER ist mit mir zusammen, obwohl ich ihm mein Krankheitsbild mitgeteilt habe,
    ER LIEBT MICH!
    (Hast Du doch, so wie Du schreibst.) Keine Wahrheit tut so weh wie eine Lüge.
    Also ich glaube, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ist die Grundvoraussetzung, erwarte aber nicht, dass Borderline ein Freibrief für alles ist.
    Es ist eine Krankheitsbild, dass sich wohl sehr verschieden äußert, teils geschwächt, teils unvorstellbar.
    Wenn's klappen soll, geht's nur zu zweit.
    Du schreibst, was wenig dazu, was bei Euch abläuft.
    Arbeite an DIR, hol Dir Hilfe, wenn Dir ... EUCH die Partnerschaft was bedeutet.
    Es nicht versucht zu haben, heißt ... schon verloren zu haben.
    Es gibt ein gesunde Eifersucht, wenn man liebt, aber ebenso eine Eifersucht, die alles zerstören kann.
    Hey, gib nicht auf ...
    ES GIBT PARTNER, DIE GEHEN DEN WEG oder währen bereit, ihn zu gehen.
    LG
  • Borderline ist ein Fluch

    01.06.2014, Janin
    Ich bin selbst seit frühester Kindheit von dieser Krankheit betroffen. Bereits im Kindergarten im Alter von fünf oder sechs Jahren hab ich mich mit einem Schal stranguliert, bis ich blau anlief, und wollte sterben. Ich hab mir immer gewünscht, dass ich mir ein Bein oder ein Arm breche, um Mitleid bei besonders meinen Eltern zu erwirken, die haben sich für mich leider nie interessiert. Ich denke, die fehlende Liebe und Aufmerksamkeit hat den Krankheitsverlauf begünstig. Die erste Umarmung meiner Mutter, die ich wahrgenommen habe, war mit 13 auf der Beerdigung meines Vaters, der sich mit 32 totgesoffen hat. Danach fing ich an mich zu schneiden, ich hatte vor einem Jahr Bulemie und erst vor einem halben Jahr eine Depression, wo ich mich stationär behandeln ließ. Das hat mir sehr geholfen. Doch leider kann man nicht für immer in diesem sicheren Raum sein, und es ging wieder raus ins Leben. Soziale Kontakte hab ich viele, aber keine richtig intensiven. Nur ein Freund akzeptiert mich, wie ich bin, alle anderen halten Distanz, und ich bin mehr oder weniger isoliert. Was ok ist, so muss ich mich nicht ständig damit auseinandersetzen, wie ich auf andere wirke.
    Die Partnerschaften sind sehr intensiv - aber nicht mit allen. Und das Idealisieren trifft voll und ganz zu. Der Partner ist sofort der Traumpartner, auch wenn man ihn nur wenige Stunden kennt, deswegen sind mir schon paar davongelaufen. Jetzt habe ich auch wieder eine Beziehung und bin vorgestern auf der Hochzeit seiner Schwester ausgeflippt vor Eifersucht und hab mich vor der gesamten Gesellschaft mit ihm heftig gestritten. Da er um meine Krankheit weiß, wünsche ich mir mehr Rücksicht und Verständnis für mich, damit sowas gar nicht erst passiert. Seine Familie ist ebenfalls sauer, dass wir uns so verhalten haben. Wahrscheinlich muss ich ihnen jetzt sagen, dass ich Borderline habe, und eventuell wird das ihr Blick auf mich verändern.
    Gerne wäre ich gesund und hätte Eltern gehabt, die mich mit Liebe aufgezogen haben und nicht nach der Geburt erstmal in ein Heim und dann wieder zu sich genommen haben. Ich möchte eine eigene Familie gründen und alles besser machen. Aber ein bisschen Angst habe ich, dass es sich auf meine Kinder vererbt ... Dann will ich lieber keine, denn ein Leben mit Borderline ist wie ein Fluch, und das möchte ich niemanden antun.
    Alles Liebe, Janin.
  • Eine persönliche Geschichte ...

    29.05.2014, Frank
    Meine Geschichte: Vor wenigen Wochen habe ich einen deutlichen Schnitt gemacht und mich von meinen erwachsenen Kindern getrennt. Sie haben wie ihre Mutter eine extreme empathischen Störung. Man kann mit solchen Menschen leider keine Beziehung eingehen. Alle aus der Familie vom Zweig der Großmutter haben durch die nicht erlebte Emphatie diese Störung praktisch "anerzogen" bekommen. Niemand dieser Betroffenen ist wirklich deutlich kriminell (bis auf erkennbare Tendenzen bei meinen mittlerweile erwachsenen und den Kindern der Schwester meiner geschiedenen Frau) - die meisten haben einen Hochschulabschluss.

    Aus dem Erleben kann ich klar sagen: Sie leiden darunter und haben Depressionen, sind unglücklich und finden z. B. keine gute Beziehung. Trotzdem nehmen sie ganz offensichtlich keinen ausreichenden Leidensdruck war - ich bin ihr gemeinsamer Außenfeind und damit der Kit für ihre Beziehung untereinander. Sie kennen kein Mitgefühl und keine empathische Wahrnehmung für Angemesssenheit in sozialen Situationen. Das führt immer wieder zu Konflikten, für deren Bewältigung sie keine wirksame Strategie zur Verfügung haben. Damit eskalieren Konfliktsituationen schnell. Mein erwachsener Sohn zeigt deutliche Tendenzen zum Psychopathen.

    Ich möchte nicht vermitteln, dass solche "Betroffenen" selbst arme Opfer sind, jedoch habe ich mir die Frage gestellt, warum ich 30 Jahre meines Lebens mir gerade solche Partnerinnen ausgesucht habe.

    Man sollte aus meiner Sicht deutlich auch immer seine eigenen Anteile hinterfragen - nur dann ist eine Lösung dieses Beziehungsproblems (und als solches betrachte ich es!) möglich. Die kapitalistische Gesellschaft - und damit ist jedes Individuum dieser Gesellschaft inbegriffen - fragt nicht nach Gefühl, Intuition und Emphatie, sondern nach Effizienz, Produktivität, Absatz und Profit. Damit sind klare Prämissen bei der Persönlichkeitsentwicklung gesetzt! Man kann nicht die Maximierung von Gewinn und/oder (ungerechtfertigte) Macht, wie sie von den politischen Strukturen gefördert wird, mit Mitgefühl unter einen Hut bekommen.

    Wenn ich den Psychopathen verurteile und stigmatisiere ist das emotional verständlich - ich habe evtl. die Hälfte meines Lebens damit verbracht mich selbst zu quälen, weil ich nicht wusste, dass ich es mit Menschen zu tun hatte, die gar kein Mitgefühl besitzen. Ändern werde ich dadurch gar nichts. Es besteht sogar die Gefahr, dass ich selbst zum Psychopathen werde - aus mind. einem Kommentar weiter oben ist das sogar deutlich ablesbar.

    Ich möchte hier nicht den entgültigen Ratschluss abgeben. Meine Geschichte habe ich z. Z. so abgeschlossen: Lass los, ändere dich selbst und nutze jede Gelegenheit, deine Erfahrungen weiterzugeben.

    Meine Erkenntnisse aus der Auseinandersetzung mit diesem Thema:
    Menschen mit empathischen Störungen repräsentieren Anteile, die wir alle in uns haben, leider bei ihnen in einem sozial unverträglichem, überbordenen Maß. Jeder Mensch ist in der Lage, seine Gefühle von sich abzuspalten, wenn er durch die Umstände dazu gezwungen ist. Das ist mitunter eine simple Überlebenstrategie. Gerade bei den Psychopathen und emphatisch gestörten Menschen sind Ursachen für die Störung in deren Entwicklung feststellbar, die wir z. B. bei der Erziehung unserer Kinder für ihr Funktionieren in dieser Leistungsgesellschaft selbst wieder unwissentlich ins Spiel bringen.

    Und jeder von uns kann sich zum emotionslosen "Monster" entwickeln.
    Beispiele dafür gibt es genügend in der Geschichte und in der Gegenwart. Wer wachen Auges durch das Leben geht, braucht nicht darauf aufmerksam gemacht zu werden.
  • Schlamperei und Betrug spielen keine Rolle?

    26.05.2014, Der Empirische Zweifler
    Der Autor hat in der Originalversion Zitate von Bob Dylan schlichtweg erfunden. Das Buch war ein Skandal auch aufgrund mehrerer Plagiatsvergehen des Autors, der daraufhin vom "New Yorker" gefeuert wurde. Das Buch wurde in den USA und Großbritannien aus dem Handel genommen, ebenso wie ein weiteres Buch dieses Autors. So unheimliche lange muss man nicht recherchieren, um das festzustellen. Sollten solche Hintergrundinformationen in einer Buchbesprechung nicht zumindest kurz thematisiert werden?
    Stellungnahme der Redaktion

    Antwort der Rezensentin Tagrid Yousef:

    Natürlich sind mir diese Sachen bei meiner Recherche zum Buch aufgefallen. Aber der Beck-Verlag hat das Buch erst freigegeben, nachdem Jonah Lehrer seine Fehler korrigiert hat und z.B. das Bob-Dylan-Zitat gelöscht bzw. berichtigt wurde. Für mich waren diese Vorwürfe nicht mehr aktuell.

    Viele Grüße
    Tagrid Yousef

  • Fast drei Jahre Eiertanz 4

    21.05.2014, Spatzenfreund
    Hallo live,
    also es handelt sich bei meiner Expartnerin um dieses Krankheitsbild, ja, es steht fest, aber es scheint, sie hat auch das verdrängt.

    Weil mit mir geredet hat SIE nie darüber, außer ihr Vorwurf: "DU bist es ..." Ich bin in Ihren Augen ja der Bordi ... sonst kam nichts.

    So wurde es für alle, ihre Kinder und ihr Umfeld von ihr verkauft und dargestellt :-(

    Die Realität wird umgeschrieben, so einfach geht das. Eigenanteile gibt es nicht ... NEIN.

    Also, die Familie wusste auch nichts oder stellt sich unwissend, den Schmerz und die Zerrissenheit sieht gar keiner, so gut läuft das Schauspiel.

    Mir unverständlich auf einen Versuch zu reden bekam ich zu hören: Da will ich nichts mit zu tun haben. DAS IST EUER DING.

    Es entsteht ja eine eigene Welt, zu ihrem Schwarzsehen wurde alles so inszeniert, dass es glaubhaft klingt. Das Leben ist die Bühne.

    Wenn da keine selbst Einsicht und der Wunsch lebenswert zu leben entsteht ...
    Das Glück sich begegnet zu sein konsequent verfolgt wird, Ehrlichkeit zu sich und dem Partner gelebt wird.
    Da hat der Partner in so einer Beziehung keine Chance. "SIE LIEBEN DIE OHNE MASS, DIE SIE OHNE GRUND HASSEN WERDEN"

    Eine traurige Erkenntnis ... aber der Anfang ist der Weg.

    LG
  • Fast drei Jahre Eiertanz

    20.05.2014, Spatzenfreund 3
    Hallo live, Danke für Deine Zeilen.

    Vieles erklärt sich ja mit der Zeit fast wie von selbst, wenn man die Monate aufarbeitet, weil man den Menschen geliebt hat oder noch liebt. So spalten, wie es der Partner auf Grund seiner Krankheit macht, kann man halt selber nicht, wenn man mit Herz und Seele geliebt hat.
    Das ist einfach so ... deshalb benötigt man ja für sich das aufarbeiten, weil es so anders abläuft in einer solchen Beziehung!
    Anfangs unverständlich ... da ich manchmal dachte: Was stimmt denn jetzt?
    Ihre oder meine Version?
    Ja, so weit war ich zeitweise.
    Ich befinde mich in ärztlicher Betreuung, und ich habe das Gefühl, es ist eine Betreuung, die passt.
    Irgend wie komisch, meine Partnerin hatte mich zu IHREM Therapeuten gebracht, weil sie immer meinte: Du hast etwas aufzuarbeiten.
    Die Anlässe waren nach der Idealisierungsphase!
    Sie meinte damit, den Zorn, den sie aus ihrer Zerrissenheit in mir aus Unwissenheit steigernd auslöste, Reaktionen auf immer stärker angesetzte Reize: "Dich kriege ich dahin, wo ich dich haben möchte."
    Und die, die in einer solchen Beziehung mit dem Herz gelebt und geliebt haben, wissen wovon ich da spreche.

    Die Liebe, die man in sich trägt, kommt gar nicht an, weil man schon verurteilt ist.

    Das wohl alles nach der Idealisierung ... aus meiner heutigen Sicht, wenn die eigene Angst des Partner stärker wird und den Alltag begleitet.

    Zu wissen oder zu fürchten, diese Liebe, die ich da sehe, ich kann sie nicht halten ... der ist doch wie all die anderen, er liebt mich nicht!

    So viele Vorwürfe ...
    Wenn es eine Krankheit ist, einen Menschen aufrichtig lieben zu wollen ... ja, dann bin ich krank, habe ich und sage ich immer wieder.

    Mein Selbstvertrauen hat wohl lange Zeit den Vorwürfen und Unterstellungen stand gehalten, letztendlich gebe ich aber zu, sie hat ihren Krieg, den ich nicht wollte, gewonnen.

    Aber wenn wir, und das möchten wir hier doch alle hier sein, ehrlich sind ... kann in einem Krieg jemals jemand gewinnen?

    Ich bin, wie ich vorher war, immer noch der gleiche ... Sie nannte es vor ihrer Spaltung: "Du bist ein wundervoller Mensch."

    Meinen Therapeuten habe ich gefragt, nachdem ich mich mit dem Thema Borderline beschäftigt hatte ... habe ich dieses Krankheitsbild in mir ... weil dann möchte ich jeder Beziehung fern bleiben, weil ich niemanden verletzen möchte.

    Er sagte nein, und dafür lege ich meine Hände ins Feuer.

    Gleichzeitig sagte er, mein Entschluss ist es, ich werde keine Borderliner mehr betreuen.

    Ich befinde mich weiterhin in Behandlung, da ich mir das schuldig bin.

    Er sagt immer wieder: Halten Sie sich fern. Meine Antwort heute war, lange Zeit hatte ich Angst vor einer Begegnung, heute nicht mehr!

    Denkt oder sagt was Ihr wollt dazu, ich liebe diese Frau heute immer noch, ich spürte immer damit, bist nicht DU gemeint. Falsche Schublade und letztendlich helfen kann sich nur jeder selber mit oder ohne Hilfe von außen.

    Es ist Ihr Krankheitsbild ... Sie hat sich fallen lassen ... Es gehört ja auch viel, viel Kraft dazu, einen Menschen mit Handikap zu lieben, sei es Rollstuhl oder oder.

    Ich denke, so etwas entscheidet das Herz. Heute bin ich SCHWARZ.

    live, ich hatte immer den Spruch (Mein Wunsch ist es, zu Lebzeiten das Paradies zu erleben)
    Wir waren beide im Paradies, oder?
    Auch mich hat diese Beziehung geprägt. Ohne diese Erfahrung würden wir einander nicht diese Zeit widmen.

    Jeder, der hier ließt und nicht weiter weiß für sich, kann durch unser Dazutun vielleicht für sich entscheiden ... das will ich und das will ich nicht.

    Das schwer zu verstehende Verstehen, darum geht es wohl.

    Ich denke und gebe Dir recht ...

    Sollten wir wieder eine neue Partnerschaft anstreben, sollten wir auf Signale achten, die uns bekannt vorkommen, auf alle, denn wir waren Partner in der Beziehung.

    wie heißt es ... Kein Hund beißt sich alleine.

    live, Dir und Deinem Kind ganz liebe Grüße und alles Gute!!! Und allen Mitlesern ebenfalls
  • @ Spatzenfreund

    20.05.2014, live
    @Spatzenfreund

    Du fragtest:

    "Es gab Situationen, in der meine Partnerin Sachen sagte, von denen sie später nichts mehr zu wissen schien."

    Ja, das gibt es. Das sind in manchen Fällen, wenn die Borderlin-Störung tatsächlich vorliegt, Mechanismen, die sehr umfangreich zu beschreiben sind (sollten Fachleute machen). Jedenfalls leben sie mehr im "hier und jetzt" und sagen bzw. handeln gerade so, wie es in der Situation passt. Die Personen können aber am nächsten Tag schon wieder anderer Meinung sein. Das macht das dauerhafte Zusammenleben dann so schwierig. Das was in der Vergangenheit gesagt worden ist und nun in der "jetzigen" Situation nicht mehr passt, ist einfach nicht mehr in Erinnerung (abgespalten und gelöscht). Hat was mit einem Schutzmechanismus zu tun, um die Psyche des Betroffenen (Borderliners) zu schützen.

    Mein Tipp aus meiner Erfahrung:

    Du solltest der Beziehung nicht nachtrauern (schwer, kenn ich). Vielmehr muss du sie verarbeiten und zu deinem Leben zurückfinden. Dazu zählt auch konsequenter Beziehung- Kontaktabbruch. Ich habe das auch alles durch. Wenn es sich tatsächlich um eine Borderline-Beziehung handelte und du merkst, dass es dir nicht gut geht und du Schwierigkeiten hast es zu verarbeiten, scheue dich nicht psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu gibt es kostenlose und auch anonyme Stellen in jeder Stadt (Diakonie, Caritas oder Psychiater). Wenn es nicht ganz so schlimm ist, dann sich von Freunden oder Familie helfen lassen.
    Alles Gute und Grüße!
  • Achtung - Borderline nicht unterschätzen!

    20.05.2014, live
    Vorweg:

    Ich muss gleich einiges klarstellen. Meine Aussage bezieht sich auf Personen, die (in bestätigter Form oder begründeter Vermutung) unter der Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden, sich nicht behandeln lassen oder noch in der Phase sind, dass ihnen selber noch nicht bewusst ist, dass sie diese Krankheit haben. Ich spreche als ehemaliger "Angehöriger" aus einer Beziehung, daher sind meine Aussagen etwas drastischer. Mir ist bewusst, dass ich etwas polarisiere, teilweise um den Angehörigen klar zu machen, dass sie Hilfe benötigen, denn bei dieser Krankheit gibt es nicht zu beschönigen. Diejenigen, die in so einer Beziehung waren oder Fachleute wissen von was ich spreche. Mir ist auch bewusst, dass jeder Einzelfall anders ist und es unzählige verschiedene Formen gibt und diese Aussagen sich auf meine Erfahrungen stützen.

    Nur ganz kurz (weil die Borlderline-Beziehungsgeschichten sonst immer so lang werden) zu meiner Geschichte:

    Ich (m) war 3 Jahre (davon 2 Jahre verheiratet) mit einer Frau zusammen, die unter dieser Störung litt und noch immer leidet. Die Beziehung begann wie alle Borderline-Beziehungen: noch nie erlebte und extreme Liebe, Idealisierung usw. – erste Verhaltens-Auffälligkeiten schon nach kurzer Zeit erkannt, wurden aber von mir erfolgreich verdrängt. Nach einem halben Jahr haben wir gemeinsam ein Kind bekommen. Nach der Geburt entstanden starke Überforderungen mit dem Kind, meine Ex-Frau kam mit dem Alltag nicht mehr klar bis hin zu mehreren glaubhaften Suizid-Ankündigungen. Hatte schon sehr früh Hilfe gesucht. Darunter zwei Psychologen, eine öffentliche Beratungsstelle, Kindertagesstätte, Jugendamt und meine Familie (ihre Familie verdrängte das Thema gleichfalls). Da nichts geholfen hatte, meine Ex-Frau meinte, die (Helfer) seien alle unfähig und eigentlich geht's ihr ja gut, habe ich mich entschlossen (mein Sohn war zwei Jahre) von ihr zu trennen, damit mein Sohn eine gesunde Zukunft haben kann.

    Die Folgen waren unabsehbar und katastrophal (!): Unmittelbar nach der Trennung begannen unvorstellbare Lügen- und Hasstiraden. Ich brauchte dazu zwei Rechtsanwälte und insgesamt 5 verschiedenen Gerichtsverfahren (inklusive zwei Unterlassungsklagen – habe alles selber gezahlt). War in der Zeit 2-mal wegen Herzrhythmusstörungen und Verd. auf Schlaganfall im Krankenhaus. Letztendlich war das Wichtigste, dass unser Sohn eine gute und gesunde Zukunft haben kann. Im Ergebnis sahen das auch zwei familienpsychologische Gutachten (insgesamt drei Psychologen), zu denen 20 Zeugen befragt wurden, und alle Instanzen der Gerichte so. Stand während und ein Jahr nach der Zeit unter psychologischer Betreuung. Habe es aber geschafft, mit meinen Sohn zusammen und ohne Beeinträchtigung meiner Arbeit, mein Leben wieder zu ordnen.

    Das, was ich eigentlich sagen will:

    Zu den Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung: Diese haben eben oftmals nicht verarbeitete und traumatisierende Erlebnisse aus der Jugend oder Kindheit (wie meine Ex-Frau). Sie müssen sich unbedingt (!!!) helfen lassen, damit das Leben wieder lebenswert wird. Sie leiden selber sehr, merken aber nicht, wie sie unbeteiligte in den Abgrund reißen können.

    Zu den "Angehörigen": Diejenigen, die am Anfang einer solchen Beziehung stehen, sollten auf Verhaltensauffälligkeiten achten und darüber mit guten Freunden oder Familienangehörigen sprechen. Wenn sicher bekannt ist, dass eine solche Störung vorliegt: Bitte (!!!) unbedingt informieren und daran denken, dass nur Fachkräfte den Menschen helfen können (!!!) und sich das bewusst machen. Diejenigen, die mit einer Borderline-Persönlichkeit zusammen waren und merken, dass sich das Leben zum Negativen verändert hat, unbedingt psychologische Unterstützung holen (Psychiater, psychologische Beratungsstellen usw.). Die Folgen, wenn man sich keine Hilfe holt (kommt auch wieder auf das Ausmaß an) sind folgenreich und unabsehbar, insbesondere, wenn man verheiratet war und gemeinsam ein Kind hat. Dazu gibt es auch umfangreiche Fachliteratur. Im Internet unbedingt auf gute und seriöse Quellen achten.

    Letztendlich habe ich für sehr kurze Zeit "das Paradies der Gefühle auf Erden" kennen gelernt, dafür war ich aber über Jahre "im Vorhof zur Hölle". Es hat mich geprägt, nachhaltig verändert und, jetzt wo ich es überstanden habe, gestärkt! Das wichtigste für mich war aber immer, für unseren Sohn da zu sein.

    Ich wünsche allen Betroffenen und Angehörigen alles Gute!
  • Endlich

    16.05.2014, H. Petermann
    Freue mich, lieber Herr Wicht, mal wieder etwas von Ihnen zu hören. Hatte Sie doch arg vermisst.
    Herzliche Grüße
    HP
  • Bewusstseinsfeld

    14.05.2014, Kinseher Richard
    Bei Nahtoderfahrungen wird erkennbar, dass wir uns an Erlebnisse ab dem 5. Schwangerschaftsmonat erinnern können, in hierarchischer Reihenfolge, so wie sich Sinne entwickeln: Fühlen (Hautkontakt) > Hören > Sehen. Ablaufstruktur/Inhalt dieser Erinnerungen ist der Realität konkret zuzuordnen - und damit einem biologisch fundierten Gedächtnis.
    Für ein vom Gehirn unabhängiges Bewusstseinsfeld gibt es nicht die geringsten Hinweise. Bloß weil jemand den Begriff "Bewusstsein" absichtlich falsch verwendet, lässt sich daraus keine Realität ableiten: Unter "Bewusstsein" versteht man ein Ergebnis von Aktivierungszuständen eines biologischen Gehirns. Diesen Begriff in einem Zusammenhang ohne biologisches Gehirn (Bewusstseinsfeld) zu verwenden, ist daher Unsinn.
    Die Idee der Reinkarnation (Wiedergeburt) ist ebenfalls nicht sinnvoll. Jeder Mensch ist ab der Zeugung ein komplett neues Individuum, welches es weder vorher gab, noch später als Wiedergeburt geben wird.
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