Lesermeinung - Gehirn und Geist

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Synästhesie

    23.10.2014, Neo Vg
    Vielleicht noch eine interessante Information dazu (basierend auf persönlichen Erfahrungen und vielen Gesprächen):

    Man sagt oft zum Beispiel, man könnte "Töne sehen". Nicht-Synästhetiker stellen sich darunter oft vor, dass man Töne irgendwie bunt durch die Luft fliegen sieht. Das ist nicht so. Präziser würde es heissen: Töne "visuell wahrnehmen".

    Wenn man es nicht erlebt hat, kann man sich das nur sehr schwer vorstellen. Man _sieht_ die Töne nicht, nimmt sie aber visuell wahr. Oder mit anderen Worten: Einerseits weiß man, dass keine Signale der Töne bei der Netzhaut ankommen und könnte den Eindruck (zumindest in meinem Fall) auch nicht in Form einer Zeichnung festhalten. Andererseits "weiß" man, dass man die Töne sieht.

    Das ist ein gutes Beispiel für die mehrstufige visuelle Verarbeitung, die umgekehrt auch erklärt, warum man manchmal Dinge nicht sieht (bzw. visuell wahrnimmt), obwohl sie direkt vor einem liegen und ganz eindeutig Signale auf der Netzhaut verursachen.
  • Psychologische Natur?

    22.10.2014, Timon Dörnfeld
    Das sportliche Betätigung im Allgemeinen gesundheitsfördernd ist, ist kein Geheimnis. Nur sollte man vielleicht davon absehen, körperlichen Sport als etwas rein Körperliches zu sehen, das keine Auswirkungen auf unsere Psyche hat.
    Unser Gehirn endet nicht im Nacken. Das Gehirn, das Rückenmark, das gesamtes somatische und vegetative Nervensystem ist ein vernetzter Zusammenschluss aus Nervenzellen. Es wäre falsch gedanklich einen Teil von einem anderen zu separieren.

    Sport fordert nicht allein den Körper, sondern auch den Geist. Selbst bei "banalen" Sportbetätigungen wie Laufen, laufen komplexe Prozesse im Nervensystem ab, sowie Wechsel von Systembereichen die gesonderte Aufgaben erfüllen.
    Was meiner Meinung nach das Entscheidende bei dem Zusammenhang zwischen Sport und Depressionen ist, dass wir wenn wir Sport betreiben, wir uns mit unseren Gedanken in der Gegenwart befinden. Teilweise ist beim Sport auch keine Zeit zum Denken und unsere Reize und Reflexe übernehmen einen großen Teil der Kontrolle. Beim Sport denken wir schlichtweg wenig bis kaum über Probleme im Alltag oder im Arbeitsleben nach, weil dafür einfach keine Zeit ist. Wir befinden uns im Jetzt. Wann sonst in unserem modernen Alltag ist das schon einmal der Fall? Wir planen in die Zukunft voraus, wie wir unsere Zeit am effizientesten nutzen können. Erinnern uns an die Vergangenheit, was wir alles nicht rechtzeitig geschafft haben, bzw noch hätten schaffen können, hätten wir besser in die Zukunft geplant.
    In unserer heutigen Gesellschaft ist es beinahe unmöglich mit dem Kopf im Jetzt zu sein und das Denken und erinnert werden, führt vermehrt dazu, dass wir uns viel mehr mit möglichen Problemen konfrontiert sehen, die erst durch das ständige darüber senieren zu realen Problemen werden. Wie steht es um meine Altersvorsorge? Wie viel Kinder können wir uns mit unserem Einkommen überhaupt leisten? etc...
    Das übertrieben Denken an mögliche Auswirkungen führt am Ende nur zum Nachdenken über Gedankenkonstrukte. Man kann nicht alles in seinem Leben planen und bis ins Detail gestalten. So viel Kontrolle wie wir teilweise denken, dass wir sie hätten, besitzen wir meist nicht.
    Den Dingen ihren Lauf lassen ist von Zeit zu Zeit, an was es unserer Gesellschaft heute mangelt, stellt sich häufiger als gedacht als einfacher und unkomplizierter heraus. Und genau das ist es was wir beim Sport tun: den Dingen bzw uns selbst ihren Lauf zu lassen. Wir können nicht vor dem Anpfiff schon planen wo genau man den Pass des Mitspielers in der vierzigsten Spielminute annehmen wird. Das Einzige, was wir machen können ist uns darauf einzulassen, wenn es soweit ist und versuchen das Beste daraus zu machen. Hat der anschließende Torschuss getroffen? Wenn ja, gut. Wenn aber nicht, dann nicht. Es bleibt keine Zeit noch lange drüber nachzudenken was alles zum Nichttreffen geführt hat. Das Spiel geht weiter.

    Ich möchte hiermit in keiner Weise den Artikel als falsch oder ähnliches darstellen. Die Thematik ist ja begründet und auf dem Fortschritt einer Erklärungsfindung. Das Obige ist lediglich meine Meinung, da ich finde das nicht alle Erkrankungen auf der Chemie in uns basieren.
    Mit freundlichen Grüßen
  • Notendiskussion lenkt von den Kardinalfehlern der Pädagogik ab.

    21.10.2014, Franz Josef Neffe
    Voriges Jahr rief mich eine junge Lehrerin an, die über dem Zeugnisschreiben am Verzweifeln war. Ich habe zuletzt 1990 meinen Schülern Zeugnis gegeben.
    Zeugnis geben hat eine andere Qualität als Zeugnis schreiben.
    Ich hab die Zeugnisse noch mit der Schreibmaschine geschrieben.
    Da war nicht soviel Platz.
    Ich verstand das Problem der Kollegin am Telefon und bat sie, mir ein Beispiel zu mailen.
    Dazu muss ich vorausschicken, dass ich als Student einmal Zeugnisse untersucht und jeweils den ersten Satz eines jeden Zeugnisses aufgeschrieben habe. Hier die ersten 4 Zeugnisanfänge von Andi: "Andi hat sich noch nicht richtig eingelebt. - Andi hat sich immer noch nicht richtig eingelebt. - Andi hat sich noch nicht richtig eingefügt. - Andi hat sich immer noch nicht richtig eingefügt."
    Es sind nicht die Noten, die Kinder misshandeln.
    Es sind immer Menschen, speziell Pädagogen.
    Und mit schul-amts-deutschen Sätzen klappt die Quälerei besonders gut.

    Über 20 Jahre später lese ich - in einem "Zeugnis"-Text, mit dem die Lehrerin für ihre Vorgesetzten eine ganze Seite dicht geschrieben hat, als ersten Satz: "Susi hat sich schon gut in die Schule eingefügt."
    Darum ging es zu Zeiten der Leibeigenschaft; dass die abgeschafft wurde, hat sich in den Unterrichtsvollzugsanstalten, die bei uns - irreführend - Schule genannt werden, scheints noch nicht herumgesprochen.
    Schlimmer als Amtsdeutsch - und schlimmer als Noten - ist SCHUL-AMTS-DEUTSCH.
    Warum nur treibt man in der Pädagogik ständig den Teufel mit Belzebub aus?
    Ob Zahlen oder Textschablone - man muss es immer noch untertänig hinnehmen.
    Es kommt - so oder so - alles VON OBEN HERAB.
    In der neuen Ich-kann-Schule wird nicht Zeugnis geschrieben sondern Zeugnis gegeben; da stehe ich als Lehrer für meine Schüler und das, was sie mit mir erreicht haben, ein. Wenn wir immer nur die Papierqualität messen, werden wir der menschlichen Entwicklung niemals gerecht. Die Lebensqualität entscheidet sich durch den GEIST, in dem wir handeln. GEIST lässt sich nicht auf Zahlen und Buchstaben reduzieren.
    Franz Josef Neffe
  • Zustimmung

    20.10.2014, Hampel
    Da ist sicher etwas dran. Ein persönliches Erlebnis möchte ich hier erzählen. Ich bin einmal in einer Psychosomatischen Klinik, zur Kur gewesen. Hier sind viele junge Leute gewesen die mit Sicherheit nicht die Glücklichsten waren und auch nicht viel Glück erlebt haben. Eines Tages kam ein junges Mädchen zu mir und fragte mich wie ich mit Gesten zeigen / vermitteln könnte, dass ich Glücklich bin. Ich fing an zu springen mit den Knien zur Brust, den Armen nach oben hampelnd und ein lustiges Gesicht. Sie ist, total überrascht gewesen und hat, wie aus der Pistole geschossen, gefragt woher ich das wisse. Da habe aber ich gestaunt und verstanden, dass diese junge Frau wahrscheinlich noch nie richtig Glücklich gewesen ist. Sie hat mir danach erzählt, dass sie, bei der vorangegangenen Gruppenbesprechung mit Übungen, viel Freude hatte und sowas wie Glück empfunden hatte. Und nun zum Beitrag. Es ist lobenswert, dass die Wissenschaftler vorhaben diese Erkenntnissen an betroffenen Personen weiter zu geben.
  • Genial

    17.10.2014, Nathalie
    Wow. Geniale Idee. Quasi eine Eierlegende-Woll-Milch-Sau: praezise, guenstig (3D-druckbar), und nicht-magnetisch. Ich bin beeindruckt - und hoffe, das die Tests gut verlaufen.
  • Angsthasen

    16.10.2014, Roland Schröder
    Seit einigen Jahren hat die Heranbildung von jungen Menschen vor allem ein Ziel: den Konsumenten und zukünftigen Produzenten unserer Wirtschaft. Hochfliegende Bildungsziele im Sinne Humboldts werden diffamiert. Da wundert es dann nicht, wenn eine Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" des Deutschen Bundestags, ein PISA-Konsortium oder zahlreiche Wissenschaftler, die ihre Forschungsgelder ja auch irgendwo herbekommen müssen, unisono fordern: „Jedem Schüler sein Tablet!“ Stellen wir uns einmal vor, jede/r der 8,4 Millionen Schüler¬innen und Schüler allgemein¬bildender Schulen erhielte oder beschaffte ein Tablet: traumhafte Umsatzzahlen der Elektronik-Branche wären die Folge! Warum wagt niemand die Forderung: „Jede Schultischplatte ein Whiteboard?“ Weil dann der Schwindel auffliegen könnte, weil die Maßlosigkeit erkennbar wird?
    Die Rechtschreibung muss nicht mehr gelernt werden, sie wird von einem Textverarbeitungsprogramm übernommen. Die Disziplin, etwas lesbar niederzuschreiben, ist entbehrlich und auch gar nicht zeitgemäß. Das Lesen wird vom Hörbuch, vom Spielfilm und vom Lernvideo abgelöst. Das eigenständige Erschließen eines Textes, indem Buchstaben zu Wörtern und Wörter zu Sinn zusammengefügt werden, könnte unsere Kinder überfordern und ist ja – Technik sei Dank – gar nicht nötig. Das Kopfrechnen erledigt der Taschenrechner. 20% Preisnachlass interessiert jeden – wie man aber ohne Hilfsmittel abschätzt, was das bedeutet, weiß keiner mehr. Wissen in Geografie, Geschichte und Biologie fragt man im Internet ab und Musik macht man selbst, indem man ein Wiedergabegerät bedient.
    Es kommt der Tag, an dem kaum noch jemand fließend Lesen und Schreiben kann. Wir sind auf dem Weg ins Jahr 1200, als Hartmann von Aue schrieb:
    Ein ritter so geleret was
    Daz er an den buochen las.
    Wer immer noch der Meinung ist, dass Bildung etwas anderes sei, als die Fähigkeit zu Konsumieren oder Produzieren, bekommt ein Totschlagargument übergebraten: „Angsthase“.
  • Engagement der Lehrer?

    16.10.2014, A. Czjzek
    Ich frage mich beim Lesen des Artikels, ob die Tatsache, dass die Schüler in der Studie besser abschneiden daran liegen mag, dass die Lehrer, die für solche Experimente offen sind in der Regel engagierter sind, als Lehrer, die nicht bereit sind, neue Medien im Unterricht auszuprobieren?
    Dennoch befürworte ich als Lehrerin den Einsatz digitaler Medien im Unterricht, tue es selber seit ca 7 Jahren wo möglich und sinnvoll.
    Zu der Befürchtung, die Schüler beschäftigen sich mit anderem als den gestellten Aufgaben kann nur sagen, DAS tun sie auch, wenn Sie nicht am Computer sitzen unter der Bank oder auf dem Weg zur Toilette etc. Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass meine SEHR klare und auch harte Ansage, dass Schüler, die den Computer für anderes als die gegebene Aufgabe nutzen, den Raum ohne weitere Verwarnung zu verlassen haben und sich beim Abteilungsleiter von meinem Unterricht abmelden müssen dazu führt, dass die Schüler beim Arbeiten am Computer konzentrierter sind als ohne (der Fall trat tatsächlich maximal nur ca 1-2 mal pro Jahr auf).
    Ich würde mich sehr freuen, wenn das Unterrichtsmaterial zunehmend auch von den Verlagen in digitaler Form zur Verfügung gestellt werden könnte.
  • Smartphones und Tablets...

    16.10.2014, Mathias Völlinger
    ...können auch als Myonendetektoren eingesetzt werden, zumindest wenn Android drauf ist:

    http://wipac.wisc.edu/news/view/262

    Mein Beitrag zum Thema "Kosmische Strahlung in der Schule", welches hier nicht ganz OT ist :-)



  • ganz simple Lösung

    16.10.2014, GST
    Mailprogramm schließen
    Smartphone und Tischtelefon stumm schalten

    Schon kann man in Ruhe arbeiten.

    Bei den privaten Postfächern mit hohem Mailaufkommen sind üblicherweise Werbemails (nicht Spam) und eBay-, Facebook,...-Statusmeldungen für 80-90 % des Mailaufkommens verantwortlich.
    Alle lassen sich ganz einfach vermeiden indem man bei Bestellvorgängen und in den Profileinstellungen die entsprechenden Häkchen setzt bzw. entfernt.

    Im Grunde genommen ist es wie beim Briefkasten auch. Wer glaubt, jeden Mist bekommen zu müssen, der bekommt jeden Mist.
    So ein "keine Werbung, keine Gratiszeitungen"-Aufkleber verringert das Altpapieraufkommen drastisch.

    In beiden Fällen muss man sich aber eine halbe Stunde mit dem Problem auseinandersetzen. Derartige Investitionen in das eigene Wohlbefinden scheinen einem Großteil der Bevölkerung erstaunlicherweise zu umfangreich zu sein.
  • Wissenschaftliche Basis

    13.10.2014, Herr Rau
    > wie eine Untersuchung mit 92 Lehrern Mitte der 1960er Jahre zeigte.

    Das war wohl Weiss 1965/66 und ist schon sehr, sehr lange her. 2002 gab es allerdings eine Replikationsstudie von Birkel und Birkel, die auch immer wieder als Argument gegen Noten herangezogen wird. Ich hab mir die Veröffentlichung dann mal besorgt und durchgelesen , sie gibt den Schluss nicht her und auch die Autoren ziehen diesen Schluss keinesfalls. Allerdings monieren Sie tatsächlich das Vorgehen an Grundschulen und empfehlen diesen, sich mehr am Vorgehen in der Sekundarstufe I zu orientieren. -- Ansonsten kenne ich mich in der Forschung zu diesem Gebiet nicht aus.
  • Studenten als Probanden repräsentativ?

    13.10.2014, Henrik Franz
    "Die Forscher befragten 96 männliche, heterosexuelle Studenten mit standardisierten Fragebögen, um die Hypothese zu testen, dass der Chronotyp eng mit der allgemeinen Persönlichkeit verknüpft ist. "
    Die Studenten, die ich kannte und die Frühaufsteher waren, hatten natürlich weniger Sex, denn die sind ja ins Bett gegangen, statt auf eine Party zu gehen! Ich wette, wenn man diese Umfrage unter Berufstätigen zwischen 30 und 50 gemacht hätte, hätte sich ein wesentlich anderes Ergebnis gefunden.
  • Verscheidene Lehrer bewerten unterschiedlich

    12.10.2014, Heinrich Sauer
    Das und viel mehr als in dem Artikel erwähnt, habe ich schon vor über 35 Jahren im Studium der Sonderpädagogik gelernt. Ab den späten 80ern war ich dann als Sonderschullehrer in integrativen Klassen eingesetzt. Zeitweise mit sehr gutem Konzept und entsprechenden Ressourcen, sprich Lehrerstellen = hohe Doppelbesetzung. Teilweise waren die Regelschulkollegen federführend, teilweise war ich es. Auf jeden Fall hatten wir stets eine sehr hohe Zusammenarbeit, was Planung, Durchführung und Evaluation betraf.
    Soviel zur Erklärung vorweg.
    Folgendes haben wir, Vorläuferversuche von Fr.. Lintorf (unterschiedliche Lehrer --> unterschiedliche Benotung) im Kopf mehrmals gemacht. Der Stapel der zu korrigierenden Klassenarbeiten wurde halbiert, jeder nahm sich eine Hälfte, korrigierte sie in einem gesonderten Raum und notierte sich die Noten, die er geben würde. Danach wurde getauscht.
    Zum Schluss wurden die so entstandenen Noten verglichen. Wie erwarteten große Unterschiede. Doch es war nicht so! Ich wiederhole: Es war nicht so!
    Bei der überwiegenden Anzahl der Arbeiten stimmten unsere Notengebungen überein. Die Unterschiede bewegten sich im + - Bereich (3+ vs 3-). Die größte Abweichung betrug eine, (jawohl!) eine Notenstufe.
    Zuerst konnten wir uns das nicht erklären, dann fielen uns mögliche Erklärungen ein: Wir kannten 1.) die Schüler, 2.) wir wussten, was unterrichtet worden war und 3.) was wir verlangen durften.
    Wie wäre es, wenn Fr. Lintorf 'ihre' Versuche und Ergebnisse einmal auf eine vergleichbare Art gewönne? Hier wurde offensichtlich eine wertvolle Erkenntnisquelle, "Wie bewerten Lehrer, die im Team unterrichten?" übersehen oder unterschlagen.
    Was damals (vor 35 Jahren gelehrt) wurde, war unter anderem, das Problem des Maßstabes: Er kann von außen kommen, das ist das was PISA und viele der oben genannten Autoren wohl anstreben, er kann innerhalb der Lerngruppe liegen (Vergleichsmaßstab) oder er kann individuell (zeitlich) orientiert sein (persönliche Fortschritte).
    Innerhalb der integrativen Klassen wurde natürlich sehr behutsam angesprochen, dass unterschiedliche Schülerinnen und Schüler unterschiedlich gestaltete Aufgaben und Arbeiten bekamen, die zudem noch unterschiedlich benotet wurden. Es ist aber niemals vorgekommen, dass ein Schüler ernsthaft sagte, er wolle eine 'leichte' Arbeit und die Note 'gut' mit dem Zusatz: " ... wird nach den Lehrplänen und Richtlinien der Schule für ... unterrichtet." Schüler wollen ehrliche Rückmeldungen!
    Juristerei: Ich habe in meinem Berufsleben zweimal erleben müssen, wie pädagogisches Denken durch Juristen zunichtegemacht wurde. Zum einen wurde ich zum Fortbilder ausgebildet, der Lehrern die Grundlagen der Textzeugnisse vermitteln sollte. Es war von dem entsprechenden Dezernat geplant, Förderschüler nicht mit Noten zu bewerten: "Lernschwierigkeiten gehören therapiert, nicht benotet!" Diese Aktion wurde von Juristen der Landesregierung verboten, da eine Vergleichbarkeit der Leistungen dann nicht mehr gegeben sei. Es dauerte noch mehr als ein Jahrzehnt, bis an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen auf Ziffernzeugnisse verzichtet werden durfte. Zum Zweiten: An einer weiterführenden Schule mit gymnasialem Abschluss entschied das Kollegium, in den Klassen 5 bis 7 auf Ziffernzeugnisse zu verzichten. Ein entsprechender Antrag an die Bezirksregierung wurde formuliert und von dieser bewilligt. Drei Wochen vor Ende des ersten Halbjahres kam ein Bescheid, dass aus juristischen Gründen, Ziffernnoten zu geben seien!
    Fazit:
    - Pädagogen sind sich der Problematik von Notengebung durchaus bewusst.
    - Pädagogen überlegen sehr bewusst, welchen Maßstab sie anlegen. Es muss nicht PISA sein.
    - Nicht nur Pädagogen sollten darüber nachdenken, was mit Notengebung bezweckt werden soll:
    Darf eine körperlich behinderte Schülerin keine gute Note bekommen, nur weil sie keine hundert Meter laufen kann und nicht Hoch- und Weitspringen kann? Laut PISA hat sie diese Leistung nicht erreicht.
    Darf ein Mädchen mit einer kognitiven Beeinträchtigung keine gute Note bekommen, weil sie sicher nur bis vier Zählen kann, obwohl sie Lege- und Sortieraufgaben zuverlässig und sicher erfüllt?
    Es lebe die individuelle Benotung (unter Angabe des Maßstabes)!
  • Derartige Beiträge weglassen

    11.10.2014, Dr. J. Götz
    Wie am Ende des Beitrags eingeräumt wird, beruht die Studie auf einer sehr schwachen Untersuchungsbasis: ihre "Power" ist mangels Masse (Probanden) zu gering.
    Ich erinnere mich, dass Herr Springer in einem Spektrum-Heft vor geraumer Zeit genau davor gewarnt hat.

    Warum veröffentlichen Sie dann so etwas?
    Antwort der Redaktion:

    Die Anzahl der Probanden ist zu gering, um einen Effekt sicher nachzuweisen. Die Studie kann aber sehr wohl Indizien für einen bestimmten Effekt liefern. Wir gehen davon aus, dass unsere Leserinnen und Leser mit dieser Einschränkung umgehen können.

    L.F.

  • nicht sehr hilfreiche Tipps!

    11.10.2014, Torsten Irion
    ja, auch ich bekomme mehr als 100 mails am Tag und auch ich muss gucken, wie ich damit umgehe, aber so eine Sammlung von Trivialweisheiten unterstützt mit Volksglauben ist eigentlich nicht Spektrum-Standard, zumindest meiner Meinung nach. So Sätze wie "Lesen am Bildschirm oder am Tablet beanspruchen die gleichen Hirnbereiche und das Hirn kann nicht mit diesem Dauerfocus umgehen" sind entweder in einer Studie belegt (glaube ich persönlich nicht) oder sie sind BlahBlah aus dem Schatz der Volksweisheiten.

    Die wichtigste Regel hat wohl jeder schon oft genug gehört: Schaltet das dämliche "Du hast eine neue mail" Gebimmel und Geblinke vom PC aus. Da gucke ich einmal die Stunde gezielt in den Postkorb und gut ist. Was dringender ist, ruft mich an, der Rest wartet und ich kann dann immer gezielt einen zwanziger-Pack emails abarbeiten, was meiner Produktivität enorm hilft. Ob da eine Stunde das richtige Zeitfenster ist, muss jeder selber festlegen, für meinen Job und meine Art zu arbeiten ist 1-2 Stunden perfekt, kurz vor Projektende natürlich auch kürzer (oder gerade dann länger... :-))

    Auf dem Handy ist das Ausschalten imo Unsinn, da gucke ich aktiv hin und entscheide selber, ob ich schaue. (Klar, wer eins dieser Handys hat, die tatsächlich aktiv blinken, wenn was reingekommen ist: das natürlich ausschalten!)

    Urlaub und mails: in meinem Autoreply steht klar drin: "Bin von ... bis ... nicht da, emails werden weder gelesen noch weitergeleitet. In dringenden Fällen zu ... bitte ... ansprechen, bei dringenden Fragen zu ... bitte ... ansprechen. Wenn Sie meine persönliche Aufmerksamkeit benötigen, sprechen Sie mich bitte nach dem... wieder an". Und alle emails des Urlaubs wandern ungelesen in den elektronischen Orkus. Mach ich seit Jahren, gab nie Probleme und ein großer Teil, die den Autoreply bekommen haben, machen das heute selber so.

    Wochenende, Nachtarbeit: es ist mein RECHT am Wochenende zu arbeiten und ob ich das mache, entscheide ich selbst. Punkt. Ich setz andere schon ab und zu unter Druck: wenn ein Projekt Wochenendarbeit oder Arbeit am späten Abend erfordert, versuche ich schon, Kollegen mitzuziehen. Aber auch nur dann. Und wer am Wochenende was Wichtigeres als seine Arbeit hat: Prima!

    Und der letzte Punkt zu emails: ich spreche mit Leuten, die mir emails schreiben, die ich nicht für relevant halte. Damit komme ich (zumindest meistens) von den unsäglichen Sicherheitsverteilern runter, mit denen Leute glauben, alle und jeden irgendwie informieren zu müssen. Wenn ich in einer mail nicht direkt informiert werde oder nicht irgendetwas machen muss, brauche ich die email nicht. Und spreche den Absender an und bitte, vom Verteiler genommen zu werden. Das klappt zu 90% und mit 10% mails, die ich nach dem ersten Satz wegklicke, kann ich gut leben.
  • Einschätzung durch Lehrer

    11.10.2014, Gottfried Heumesser
    Habe 1958 die Volksschule abgeschlossen, und meine Eltern und auch ich wollte in das was heute Höhere Schule (Realgymnasium) heißt. Die Lehrerin, von der ich wenig begeistert war, meinte, bei mir sei das ein Grenzfall, zehn andere seien dafür sicher besser geeignet. Damals gab es aber noch die Aufnahmsprüfung, die ich schaffte. Hatte im ersten Jahr auch etwas Probleme mit Deutsch, schaffte dann aber die Matura und noch dazu den Dipl.-Ing. Nur: Nach 3 Jahren war ich der einzige an einer höheren Schule, die 10 anderen hatten ihre "Karriere beendet". Seitdem bin ich naturgemäß gegenüber Lehrerbeurteilungen etwas reserviert.
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