Lesermeinung - Gehirn&Geist

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 97
  • Zielobjekt Familie

    28.04.2016, Christopher Plath
    Meine jüngste Tochter ist jetzt 13. In den letzten Jahren haben wir als Eltern immer wieder den Eindruck gehabt, in einem Abwehrkampf zu stehen. Es geht um unsere Beziehungsfähigkeit Familie zu leben. Ein gewaltiger Konsumdruck durch Medien, Mitschüler aber auch durch wohlmeinende Anverwandte steht dem entgegen und will uns vereinnahmen. In unserem Umfeld erleben wir viele gehetzte Kinder, die ihr Wochenprogramm abspulen und es bei uns eher entspannt finden. Familie hat in unserer Leistungsgesellschaft einen ziemlich niedrigen Stellenwert. Hier mit guten Ratschlägen den Eltern beispringen zu wollen halte ich für völlig unangemessen. Wenn Eltern wieder ein Chance bekämen, Elternschaft als etwas Positives zu erleben, wäre ein Anfang gemacht. Vermutlich hat die Politik hierfür gar keinen Draht. Von den Leistungserwartungen, mit denen Medien Eltern unter Druck setzen ganz abgesehen. Kann sich jemand vorstellen, dass das diskriminierende Wort von der „Babyfalle“ an junge Frauen, die biologisch zur rechten Zeit ein Kind erwarten, zum Unwort des Jahres gewählt würde? Natürlich nicht.
  • Nachlese ist nötig

    15.04.2016, Katharina Blühm
    Klein will am Beispiel der REM-Schlaf Verhaltensstörung zeigen, dass Träume uns zu archaischen Verhaltensmustern zurückführten. Doch übersah er: der Trauminhalt ist mit erkrankt, ist "distinctively altered, unpleasant, and combative" (Schenck & Mahowald 2002, S.120). Ein geänderter Trauminhalt ist von Anfang an Teil der offiziellen Krankheitsbeschreibung (Schenck & Mahowald 1986). Und Patienten berichteten nach erfolgreicher Behandlung erfreut, dass sie zu ihren normalen Träumen zurückkehren konnten. Eine "Nacht für Nacht" hervortretende archaische Eigentlichkeit lässt sich nicht ableiten. Klein schreibt weiter: "Bei den frühen Hominiden mag die emotional aufgeladene und körperorientierte Geistesverfassung, die wir im Traum erleben, auch tagsüber vorgeherrscht haben, schreibt der amerikanische Neuropsychologe Jaak Panksepp", und fügt ein Zitat an. Doch spricht Panksepp keineswegs von "frühen Hominiden". Es geht um den evolutionäre Moment der Entstehung des REM-Schlafes, und dieser liegt viel früher, zwischen Reptilien und Vögel, so früh, dass Panksepp das Eier legende Säugetier Echidna als Grenzfall diskutiert (Panksepp 1998, S. 135). Es geht um "all that reptiles ever needed" (Panksepp 2012, S. 377). Schlecht, dies zu überlesen. Die Möglichkeit, dass Klein überhaupt nur das kontextlose Zitat kennt, (es ist bei Revonsuo 2000, S. 901 zu finden), und die Originalquelle, die er gleichwohl angibt, gar nicht wirklich geprüft hat, macht die Sache nicht besser. Die Probleme setzen sich fort. Von gutgläubiger Lektüre ist abzuraten.
  • Spracheingabe

    14.04.2016, JimmyConway
    Tja, das zeigt mal wieder an welchem Scheideweg wir uns aktuell befinden. Wenn man sich überlegt wie die Texteingabe per Sprache sich weiterentwickelt hat (ein bestimmtes Wort wird als Frequenz in den Computer übertragen, je mehr Stimmbilder als Frequenz verfügbar sind, desto besser die Erkennung des jeweiligen Wortes per Frequenz) dann wird uns früher oder später auch nichts anderes übrig bleiben als unsere Gehirne zu vernetzen um durch massenhaft aufgezeichnete Gehirnaktivitäten diese Forschung für alle Menschen als Endprodukt verfügbar zu machen. Ich bin der Meinung dass dieser Weg gar nicht mehr umkehrbar sein wird, allerdings sollten wir uns alle darüber unterhalten um gewisse zukünftige Probleme/Missbrauch aus dem Weg zu schaffen.
  • Abgrenzung zu Hospitalismus und frühkindlicher PTBS

    12.04.2016, Arnim Kirsch
    Gibt es abgesehen von späterer Heilung/Linderung eine klare Abgrenzung zu Hospitalismus (Verwahrlosungserscheinungen wie rhytmisches Wackeln) und frühkindlicher PTBS (Traumatisierung)?
  • "Normale Menschen"

    07.04.2016, Allan Simmons
    Sehr geehrter Herr Schröder,

    aus meiner Erfahrung in der Arbeit mit Asperger Autisten heraus, würde ich einerseits, an Ihrer Stelle, ihre eigene Frage aufnehmen, ob Ihnen eine Diagnose irgendwie helfen würde.

    Andererseits sollten Sie überlegungen anstellen, ob denn die Verhaltensweisen, die sie an sich selbst bemerken, sie in Ihrem Leben "behindern" oder "benachteiligen".

    Ich arbeite mit den Autisten in einem pädagogischen Kontext und versuche pathologisierungen zu vermeiden. Meine Erfahrung zeigt, dass Asperger Autisten sehr wohl gut mit "normalen Menschen" interagieren können. Diese benötigen unterschiedliche Hilfen, wobei der Focus immer auf Hilfe zur Selbsthilfe liegt.

    Ein erster Schritt kann ein Gespräch mit einer Vertrauten Person über sich selbst und das vom Gegenüber wahrgenommene Verhalten sein. Dabei können sich Optionen ergeben, in denen man Handlungsmuster erkennt und, wenn man mag, verändert um sich evtl. sicherer oder wohler zu fühlen.
  • Und wie sieht der Bereich "normale" Menschen aus?

    04.04.2016, Klaus Schröder
    Was mich persönlich interessieren würde ist, in wie fern sich autistisch anmutende Verhaltensweisen mit Autismus zu tun haben. Alle Artikel, die ich dazu gelesen habe behandeln Autismus immer nur als Krankheit bzw. Behinderung. Also als etwas, was einem im täglichen Leben stark einschränkt.

    Hintergrund ist, dass ich in letzter Zeit einige Vorträge von Dr. Gunter Dueck gesehen habe. Dieser ist ein ehemaliger Mathematik-Professor, der später im oberen Management der Firma IBM gearbeitet hat. Aufgrund seiner Aufgabe hat er sich verstärkt mit Psychologie beschäftigt, um mehr über sich, seine Untergebenen und das sonstige Management zu erfahren.

    Er erzählt halt, dass er bei IBM folgenden Test hat durchführen lassen:
    http://www.wired.com/2001/12/aqtest/

    Der Median der Bevölkerung soll den Test mit ca. 16 Punkten absolvieren. Bei seiner privaten Untersuchung konnte er feststellen, dass seine Techniker eher zwischen 20 und 35 Punkten liegen. Er selbst hatte 25 Punkte (wo ich pers. ebenfalls auskomme). Laut Artikel liegt die Chance, dass man an einem (milden) Asperger-Syndrom leidet, ab 35 Punkten recht hoch. Also sollte ich eher nicht betroffen sein.

    Was ich mich immer frage ist, wo die Abgrenzung ist. Ist das ein gleitendes Phänomen? Denn viele Dinge, die über Autisten gesagt werden, kann ich auch selbst nachvollziehen. So habe ich durchaus ein Problem damit Smalltalk zu betreiben (ich kann selbst sehen wie das Wetter gerade ist, warum soll ich darüber Reden? Hat es Sinn darüber zu spekulieren, wie es morgen werden wird? Was interessiert mich das?). Wohingegen ich Leute Stundenlang zu quatschen kann, wenn es um Spezialgebiete geht, in denen ich mich auskenne. Das scheint vielen Technikern (bzw. "Nerds") so zu gehen.

    Auf der anderen Seite kann ich durchaus Gefühle anderer nachvollziehen. Habe aber das Gefühl, dass ich doch einige Feinheiten übersehe. So erfahre ich durch andere, dass eine dritte Person genervt gewesen sei, was ich aber selbst so überhaupt nicht gemerkt habe.

    Zu Gefühlen fällt mir auch noch eine andere Anmerkung von Herrn Dr. Dueck ein, wo seine Frau ihm gesagt hat, dass er etwas gefühlsarm sei. Er hat ihr dann erklärt, dass dies nicht so sei. Er sei eher so, dass seine Gefühle meist zu stark sind, so dass er vermeidet diese an sich heran zu lassen. Auch das kann ich nachvollziehen. Denn es wäre für meine Umwelt ziemlich verwirrend, wenn ich wegen irgend einem Mist plötzlich anfange zu heulen. Daher vermeide ich oft mich mit bestimmten Gefühlen auseinander zu setzen.

    Gerade als "Nerd" fragt man sich dann schon, wo man sich einzuordnen hat. Man wird ja von außen durchaus als "komischer Kauz" gesehen. Auch eine gewisse Inselbegabung scheint vorhanden zu sein, auch wenn sie nicht extrem sind. Man hat ein wenig Probleme mit anderen über "normale" Themen (das Wetter) zu Reden.

    Die Frage ist auch, ob ich mich irgendwie diagnostizieren lassen sollte. Würde mir das irgendwie helfen oder verschwende ich damit nur die Zeit anderer, weil ich eigentlich ganz normal bin? Insbesondere, wenn ich durch eine Diagnose nun auch wenig daran ändern kann.

    Herr Dr. Dueck hat sich sicherlich hier ein wenig mit der Thematik beschäftigt, ist aber eher ein ambitionierter Laie. Daher würde ich gerne mehr über die Abgrenzung erfahren, als über extreme Ausprägungen (extreme Inselbegabung, komplett in seiner eigenen Welt lebend).
  • elektronische krampftherapie

    29.03.2016, Dickmann Andrea
    ich würde eine EKT niemals mehr machen lassen. Bei meinem Vater wurde nach schwerer Depression 3-4 gemacht und half überhaupt nichts, wurde eher noch schlimmer.
  • Oder

    22.03.2016, MayaZi
    Oder ein schlechtes Gedächtnis?
  • Und die Freunde!

    21.03.2016, Daniel P
    Sehr lesenswerter Artikel. Ausgespart bleibt allerdings der Einfluss sozialer Netzwerke und enger familiärer und freundschaftlicher Beziehungen. Hierzu hat Nicholas Christakis aus Harvard beeindruckende Forschung vorgelegt. Als Ergänzung daher empfohlen:

    http://www.spektrum.de/news/glueck-ist-ansteckend/975755
  • Glücksforschung naiv

    19.03.2016, Franz Repel
    Dann doch Schopenhauers ehrliche und klare Einsicht in den negativen Charakter des Glückes, indem es Auskunft gibt über Art u. Grad der ABWESENHEIT von Unglück, sodaß vollkommenes Glück an die Erinnerung des überwundenen Unglücks als seine Bedingung geknüpft ist. Glück ist Erleichterung. Das Glück ist demnach nicht entscheidend, sondern was ich in der unglücksunbelasteten Zeit tue. Es muss als sinnvoll erlebt werden, Schmerzen inclusive. Das Unglückswort "Glücksforschung" löst bei mir Assoziationen von Kindern aus, die mit Vergrößerungsgläsern auf dem Boden spielen.
  • Gleichberechtigung?

    11.03.2016, Helmut Bachmann
    Was hat die Wahrnehmung von Unterschieden, selbst wenn sie verzerrt sein sollte, was eine völlig unbewiesene politische Fantasie ist, was hat diese Wahrnehmung mit Gleichberechtigung zu tun? Hat eine sanfte Frau andere, weniger oder mehr Rechte, als ein rivalisierender Mann?
  • Abgleich mit der Wirklichkeit geboten

    11.03.2016, Michael Schneider
    Abgesehen davon, dass Frage wie jene, ob man diesen oder jenen als "sanftmütig" bezeichnen möchte hochgradig schwammig sind, wäre auch ein Hinweis gut gewesen, dass es sich um eine US-Studie handelt. Ob das auch für Dtl. zutrifft, ist damit nicht klar.

    Es wäre vielleicht hilfreich, neben dieser Umfrage auch mal zu eruieren, wer denn im Leben der gefragten "den Haushalt schmeißt, als Krankenschwester [arbeitet], wetteifert, als Ingenieur arbeitet und das Auto repariert". Wenn es sich um Klischees handelt, sollten diese Tendenzen ja nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben, richtig?

    Insbesondere beim Thema "Haushalt schmeißen" würde mich mal die Definition von "schmutzig" interessieren. Mir persönlich fiel auf, dass Partner in Beziehungen es oft anders wahrnehmen, ob man wegen 3 Haaren und ein paar Staubkörnern denn schon saugen müsste oder nicht. Wenn eine Seite hier eine niedrigere Schwelle hat, ist es verständlich, wenn diese Seite sich ärgert, wenn die andere den "offensichtlichen Dreck" nicht wahrnimmt und daher auch nicht selbst auf die Idee kommt, zu putzen.
  • Berechtigte Einschätzung

    11.03.2016, Falken
    Ob nun 99% oder 80% der "Krankenschwestern" Frauen sind, ändert doch nichts daran, dass es sich mehrheitlich um einen Frauenberuf handelt - auch wenn ein Anstieg von 1% auf 20% Männer ein enormer Unterschied wäre (Zahlen willkürlich).
  • RE: Behauptungen wie...

    06.03.2016, PM
    Ich bin überrascht, dass Sie hier unkommentiert solch unerträgliche Propaganda veröffentlichen dürfen.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrte Frau Müller,

    Leser Rene belegt seine Zuschrift, indem er auf einen FAZ-Artikel von Clemens Fuest verweist, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung und künftiger ifo-Präsident, sowie auf den Artikel eines peer-reviewten Journals, das die Durham University zusammen mit Wiley-Blackwell herausgibt. Beides steht nicht unbedingt im Verdacht, unerträgliche Propaganda zu sein.

    Mit freundlichem Gruß, d. Red.
  • Behauptungen wie...

    06.03.2016, Rene
    "Obgleich Zahlen belegen, dass die deutsche Wirtschaft gut läuft, bereiten die wachsenden Einkommensunterschiede in der Gesellschaft große Sorgen." werden durch ständige Wiederholung auch nicht richtiger. Zwei Links zu aktuellen Zahlen:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/zew-praesident-clemens-fuest-zur-ungleichheitsdebatte-14065158.html

    www.gabriel-zucman.eu/files/teaching/Milanovic13.pdf
«
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. ...
  5. 97