Lesermeinung - Gehirn und Geist

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
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  • Mit einem Hammer lässt sich nicht schrauben

    15.09.2014, Christian Hornstein
    Leider kann auch die Theorie des globalen Arbeitsraums nicht erklären, warum nur eine bestimmte Art von Gehirnzustand mit Bewusstsein korreliert, geschweige denn wie er es verursacht. Wie könnte sie auch? Die Bemühungen der Neurowissenschaftler verdienen größten Respekt und werden der Menschheit zunehmend nützlicher, doch allein das Wissen über das Verhalten eines Systems, selbst wenn man seine kybernetische Natur berücksichtigt, im Sinne seiner Abhängigkeit von Interaktionen mit der Umwelt, reicht nicht aus. Die Beobachtung des Systems sagt uns, wie es sich verhielt, bevor es uns mitteilte, es habe gefühlt. Könnten wir selbst nicht fühlen, hätte uns dieses Wissen aber nichts darüber verraten, was Fühlen eigentlich bedeutet und wie es möglich ist auf Basis des Systemverhaltens. Das ist die Wissenslücke, die sich durch bloße Beobachtung nicht schließen lässt.
  • Konstruktivismus ist nicht ungültig

    14.09.2014, Christian Hornstein
    Illusion und Halluzination beinhalten beide einen Irrtum über das zu Erkennende. Die Halluzination existiert jedoch auch ohne einen Erkenntnisgegenstand, die Illusion nicht. Die Illusion ist eine kontextabhängige Fehlinterpretation. Nur solche Theorien, die einen Erkenntnisgegenstand jenseits des Geistes negieren, postulieren Halluzinationen einer äußeren Realität. Doch selbst diese Theorien müssen deswegen nicht falsch sein, da Halluzinationen die Existenz eines halluzinierenden Geistes voraussetzen, der durchaus der Meinung sein kann, er halluziniere, ohne dass dies aufgrund seines Halluzinierens zwangsläufig falsch sein muss. Dasgleiche gilt für einen Geist, der auch Illusionen erfährt. Illusionen und Halluzinationen kann ein solcher Geist pragmatisch dadurch unterscheiden, dass Illusionen systematische Fehler beinhalten, Halluzinationen nicht. Erst wenn eine Theorie alles negiert, und selbst die Existenz des Geistes als Axiom verwirft, negiert sie sich selbst und gerät dadurch in eine logische Falle, da eine Aussage nicht ihren eigenen Wahrheitsgehalt charakterisieren kann, so wie man einen Gegenstand nicht zugleich zu seinem eigenen Abbild machen oder einen Sack in sich selbst stecken kann. Die genannte Negierung wäre aber ohnehin radikaler Nihilismus und nicht Konstruktivismus.
  • Gratuliere zu "Die große Illusion" und "Wir suchen an der falschen Stelle" im neuen Heft GUG 10/2014!

    13.09.2014, Heinrich Brettschneider
    Gratuliere zum neuen Heft GUG 10/2014! Ich hatte mich schon gerade entschlossen "Gehirn und Geist" für immer abzubestellen: Zu verhasst war mir schon der Titel Ihrer Zeitschrift, der ja den Zerebrozentrismus geradezu vor sich herträgt - da kam dieses neue Heft mit den Artikeln: "Die große Illusion" und das Interview mit Alva Noe: "Wir suchen an der falschen Stelle". Gratuliere! Weiter so! Allerdings würde ich mir auch mehr Beiträge von den in Deutschland vorhandenen Interaktionisten und auch über Michael Tomasello (MPI für Evolutive Anthropologie) wünschen, und mal ein bischen weniger von diesen ewigen Neurozentristen und Deterministen!
  • Zum Bericht "wie früh soll man Sprachen lernen"

    12.09.2014, Karl Tichmann
    Da ich selber mehrsprachig aufgewachsen bin, hat mich Ihr Artikel sehr interessiert. Meine Eindrücke bei der Lektüre :

    1) Möglicherweise waren frühere negative Aussagen zur Mehrsprachigkeit politischen Absichten erwachsen. Es freut mich, dass die heutigen Studien die Mehrsprachigkeit im Kindesalter positiv sehen. Dennoch sollte man nicht übersehen, dass bei derart komplexen Untersuchungen und weniger als 100 Teilnehmern pro wissenschaftliche Studie die Ergebnisse statistisch nicht unbedingt relevant sein müssen.

    2) Ein interessanter Aspekt kommt in Ihrem Artikel zu kurz: wie wirkt sich der Umgang mit mehreren Sprachen im Kindesalter auf die intellektuellen Leistungen des Gehirns des späteren Erwachsenen aus? Es ist vielleicht weniger wichtig, ob Kinder die Orientierung eines Fischschwarms schneller erkennen können; die in Computerspielen hoch trainierten Kinder sind nicht immer bei komplexen intellektuellen Leistungen fähiger, sonst müssten wir heute von lauter "Intelligenzbestien" umgeben sein (ist vielleicht auch so, merke ich bloß nicht) . Entscheidend wäre es, wenn sie die in den Sprachkulturen unterschiedlichen Verhaltensweisen (auch Körpersprachen) verinnerlicht hätten. So etwas erweitert die gesellschaftlichen Fähigkeiten des späteren Erwachsenen und eröffnet Möglichkeiten zu einem tieferen und offeneren Verständnis für "fremde" Kulturen.

    3) Es wäre interessant, zu wissen, wie sich die Fähigkeiten bei denen entwickelt haben, die früh gelernt haben, simultan zwischen verschiedenen Sprachen zu übersetzen. Hier sind fraglos mehrere Denkprozesse parallelisiert.

    4) Grammatik ist für das Sprachenlernen m.E. nicht so wesentlich, wie im Artikel genannt und ebenso wenig die vorherige "Festigung des Kindes in einer Sprache". Auch ist es zwar richtig, dass man Sprachen in jedem Alter lernen kann. Ich habe bisher allerdings nur wenige Personen kennengelernt, die eine im Studium gelernte Fremdsprache auf "native speaker" Niveau gebracht haben. Vielleicht hängt das auch von der jeweiligen Sprachfamilien - Verwandtschaft ab. Den kurzen, verallgemeinerten Zitaten der Max-Planck Wissenschaftlerin Frau Schröter, sofern sie nicht verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen sind, widerspreche ich. Ich halte Mehrsprachigkeit schon im Kindesalter für sehr zu empfehlen (in heutigem Werbungsdeutsch: "ein Muss").

    5) Ich bedaure die mehrfache Verwendung des Wortes "Experte", es wird heute viel zu viel für Leute verwendet, die auf dem Gebiet, auf dem sie erfahren sein sollen, bei weitem keine ausreichende Kompetenz besitzen. Viele werden erst durch Journalisten zu "Experten" definiert. Wenn es Wissenschaftler waren, sollte man das sagen, da kann man sich eher auf einen fundierten Hintergrund verlassen.

  • Eigene Erfahrungen

    12.09.2014, Roland Schröder
    Der Artikel behandelt das Thema in erfreulich ausgewogener Weise. Vieles, was hier als Erkenntnis von Wissenschaftlern wiedergegeben wird, kann ich nach insgesamt 12 Jahren Lehrertätigkeit in drei verschiedenen Ländern außerhalb Deitschlands bestätigen. Die Kinder, welche ich dort unterrichtete, wuchsen nahezu ausnahmslos zweisprachig auf. Entweder sprachen die Eltern unterschiedliche Sprachen oder die Unterrichtssprache unterschied sich von der Sprache im Freundes- und Familienkreis. Die Kinder kann ich - stark vereinfacht - in drei Gruppen einteilen: Kinder, die beide Sprachen perfekt sprachen, Kinder die eine von zwei Sprachen perfekt sprachen und Kinder, die keine der beiden Sprachen perfekt sprachen. Die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen wurde im stärksten Maße durch die Frage entschieden, ob das Kind "situationsgebunden" mit den verschiedenen Sprachen in Berührung kam. Beispiele: Mutter spricht nur die Landessprache - Vater spricht nur deutsch; oder Schule nur in deutsch - zu Hause nur Landessprache. Überdies sind die Fähigkeiten von Kindern mit der Zweisprachigkeit fertig zu werden - wie alle anderen Gaben - unterschiedlich verteilt.
  • Vorteile durch Mehrsprachigkeit?

    12.09.2014, Paul R. Woods
    Also da hätte ich gerne Angaben über die Untersuchungsmethoden, wie Auswahl der zu Untersuchenden, Messmethoden, Streuung der Ergebnisse usw.

    Es lassen sich auch leicht Gegenbeispiele konstruieren, wie z.B. die führenden Wirtschaftsnationen sind in mehrheitlich von mono-lingualen Bevölkerungen aufgebaut worden. Oder: in den meisten unter-entwickelten Ländern spricht die Mehrzahl der Menschen drei oder mehr Sprachen.

    Also ohne genaue Abgrenzung des Untersuchten und umsichtiges Auswerten der Ergebnisse besagen die berichteten Zustände wenig.

  • Gut ins Bett

    09.09.2014, Yvette Oversberg
    Zu ,,Gut ins Bett“ (Katja Gaschler, Gehirn & Geist Serie Kindesentwicklung Nr. 5)

    Ich möchte auf den Artikel eingehen, weil m. E. zu unsensibel auf die Ferber-Methode eingegangen wurde.

    ,,Lass das Baby schreien. Das stärkt die Lungen.“ Diesen Spruch kennen Sie sicherlich.
    Heute weiss man dank neuester wissenschaftlicher Studien, dass ein liebevolles Reagieren auf das Weinen des Kindes dessen Urvertrauen aufbaut und stärkt; Vertrauen in sich und die Welt, die Bindungsfähigkeit fördert und das Kind so zu einer lebensbejahenden selbstsicheren Persönlichkeit heran wächst.
    Leider gibt es noch zahlreiche Veröffentlichungen und Menschen, an denen die moderne Entwicklungspsychologie vorbei gegangen zu sein scheint.
    ,,Lass das Baby schreien. Das stärkt die Lungen.“ Hat seine Wurzeln im 3. Reich, als Kinder noch mit dem Ziel sie ,,hart wie Kruppstahl“ zu erziehen. Bis in die 70er Jahre gab es Erziehungsbücher auf der Grundlage von Johanna Haarer. ,,Versagt auch der Schnuller, dann liebe Mutter werde hart! Fange nur ja nicht an, das Kind aus dem Bett heraus zu nehmen, es zu tragen, zu wiegen, zu fahren oder es auf dem Schoß zu halten, gar es zu stillen.“ (Solmaz S 105)
    Leider werden Kinder durch solche Erziehungsmethoden, und dazu zählt auch das Schlaftraining mit seinem Ursprung von Prof. Ferber (USA), mit hoher Wahrscheinlichkeit traumatisiert.
    Mittels Schlaftraining nach Stoppuhr soll das Kind lernen, alleine ein- und durchzuschlafen, mindestens von 20:15 zur Tatortzeit bis 08:00 morgens.
    Die meisten Kinder kannten bis dahin wohl möglich nur ein Einschlafen durch Wiegen, Stillen,…
    Es wird weinen, protestieren, schreien, wenn es nun das Training absolvieren soll.
    Aufnehmen des Kindes und Trösten sind beim Schlaftraining jedoch nicht vorgesehen. Im Gegenteil. Bei der ,,Knuff –Methode“ sollen die Kinder dann sogar noch geboxt werden.
    Viele Kinder stehen beim Schlaftraining unter enormen Stress. Das kann bis zum Hyperventilieren oder beispielsweise auch Erbrechen führen. Das Kind soll nur gesäubert , darf aber nicht getröstet werden.
    Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken, Elterninstinkte, das Bauchgefühl erwachen, dass diese Methode einfach nur dumm und grausam ist!
    Wer es doch durchzieht, muss sich auf wenigstens eine Woche ,,Kampf“ (Zitat einer von mir befragten Hebamme) einstellen. Aber dann hätte man es geschafft. Dann kann in Ruhe Tatort geschaut werden. Ist der Gewinn wirklich so groß?
    Das Kind (wir sprechen hier von Babys ab 6 Monaten!) wird als Feind und Gegner gesehen, dass die Eltern manipulieren will, anstatt zu schlafen. ,,Um einen Erwachsenen zu erpressen, müsste das Baby in der Lage sein, klar zu denken. Das würde voraussetzen, dass der Neurotransmitter Glutamat in seinem Stirnlappen …aktiv ist. Aber das >>Glutamatsystem<< ist im Gehirn eines Säuglings noch nicht richtig eingerichtet, was bedeutet, dass Babys kaum fähig sind, überhaupt nachzudenken, geschweige denn darüber, wie sie ihre Eltern manipulieren können. (Sunderland S. 39) “
    Babys sind ,,Nesthocker“ und somit auf unseren Schutz angewiesen. In jedem von uns steckt noch ein kleiner Neandertaler. Das zeigt sich bei der Reaktion unseres Körpers auf Stress. Er kennt nur Kampf oder Flucht vorm ,,Säbelzahntiger“ inclusive Ausschüttung von Adrenalin. Genauso wenig weiss das Baby, dass nachts kein Tiger ihm auflauern wird. Sein Gehirn ist nach wie vor auf der Suche nach Schutz, Geborgenheit und Wärme programmiert.
    Sie können rein physiologisch schon gar nicht durchschlafen. Babys wachen im Rahmen ihrer REM (Traumphasen) circa alle 2 Stunden auf, um zu prüfen, ob sie noch in Sicherheit sind/ und oder weil sie Hunger haben.
    Ihr einziges Kommunikationsmittel ist das Weinen.
    Babys mit Schlaftraining lernen, dass ihre Kommunikation ungeeignet ist, ihre Umwelt unsicher ist und sie sich nicht auf ihre Bezugspersonen verlassen können.
    Beim Schlaftraining wird auf die alte Schule der Verhaltensforschung gesetzt, dass die Babys irgendwann erschöpft und in ihrem Willen gebrochen einschlafen.
    (Starten Sie einmal den Selbstversuch. Es ist dunkel. Sie sind allein. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als in den Armen ihrer Bezugsperson zu liegen. Sie haben Angst. Also schreien Sie aus Leibeskräften und strampeln mit Armen und Beinen. Nach 5 Minuten werden Sie Schweiß gebadet sein. Nach weiteren Minuten und Stunden des Wartens haben Sie wahrscheinlich den Glauben an ihre Mitmenschen verloren.)
    Mit Messungen lässt sich nachweisen, dass beim Weinen des Kindes der Prolaktinspiegel der stillenden Mutter im Blut steigt. Das Kuschelhormon soll für das Bedürfnis der Mutter sorgen, ihr Kind dann hoch zu nehmen, es zu beschützen.
    1999 widerrief Ferber vieler seiner Aussagen und warnt vor der unkritischen Anwendung seiner Methode durch Laien, sprich Eltern. Viele Eltern wollen mit seiner Methode nur das wochenlange Schreien ihres Kindes rechtfertigen. Ferber selbst bestätigt es als grausam, wenn Eltern ihr Kind mit seiner Methoden erfolglos versuchen in den Schlaf zu bringen. Er propagiert inzwischen das Familienbett. Das Kind schläft im Bett der Eltern oder im Beistellbett. Sollte die Mutter stillen, geht das einfacher und schneller, dann eher im Halbschlaf von statten.
    Selbst wenn das Kind nicht mehr gestillt wird, bekommt es im Laufe von 10/ 12 Stunden verordneten Schlaftrainings sicher nochmals Hunger. Was ist außerdem mit Kindern, die nachts zahnen oder krank sind. Beginnt das Schlaftraining dann wieder von vorn?
    Ein eigenes Bett oder sogar ein eigenes Zimmer zu besitzen ist als Standard unserer heutigen Zeit betrachtet. Die meisten Kinder schlafen jedoch im/ am Elternbett nachgewiesener Maßen besser ein und durch. Das Schlafmuster einschließlich der REM-Phasen von Mutter und Kind passen sich im Laufe der ersten gemeinsamen Wochen an. Die überwiegende Mehrzahl der Mütter kann dadurch, wird sie vom Kind geweckt, schneller wieder einschlafen bzw. wird gar nicht erst groß aus ihrem Schlaf geholt.
    Ich habe die selbe Erfahrung gemacht. Zum Stillen rollt sich mein Kind zu mir herüber, so dass es schnell und fast automatisch abläuft. Wir sind ein eingespieltes Team.
    Die Einstellung der Eltern spielt eine wichtige Rolle sowie die Bewertungen/ Erwartungen der Umwelt. Sind zum Beispiel die Eltern der Auffassung, ein Baby ab 6 Monaten könne von Natur aus allein ein- und durchschlafen, so werden sie mehr Frust und Stress empfinden, der sich dann oft auf das Kind überträgt.
    Es ist meines Erachtens gesellschaftlich nicht etabliert, immer auf das Weinen des Kindes zu reagieren, es im Elternschlafzimmer schlafen zu lassen und länger als 9 Monate zu stillen.
    Die Frage ,,Und schläft es schon durch?“ scheint die Qualität der Erziehung zu bemessen.
    Ein liebevoll erzogenes Kind ist später weniger anfällig für Entwicklungsstörungen, Depressionen, Stress, Angststörungen,…
    Bleibt zu hoffen, dass solche Bücher wie von Annette Kast-Zahn (die in ihrem Buch ,,Jedes Kind kann schlafen lernen“ die Ferber-Methode bis heute vertritt) und Menschen, die es vertreten, bald der Vergangenheit angehören. Dazu gehören m.E. die Aufklärung der Bevölkerung und der Berufe (Hebammen z.B. oder auch Bibliotheken!).
    Und dass Eltern mit Wegfall der Großfamilie oft auf sich allein gestellt, sich schlau machen und auf ihr Herz hören.
    Empfehlenswert zu lesen in diesem Sinne sind ,,Schlafen und Wachen“ von William Sears und ,,Besucherritze“ von Eva Solmaz, die auch die Vorlage für meinen Artikel darstellen. Viele physiologische Hintergrundinformationen liefert ,,Die neue Elternschule“ zur Gehirnentwicklung des Kindes.

    Literatur:
    Kast-Zahn, A., Morgenroth, H. (2007): Jedes Kind kann schlafen lernen. Gräfe & Unzer Verlag GmbH, München
    Sears, W. (2010): Schlafen und Wachen. Ein Elternbuch für Kindernächte. La Leche League, Zürich
    Solmaz, E. (2012): Besucherritze. Ein ungewöhnliches Schlaf-Lern-Buch. Books on Demands GmbH , Norderstedt
    Sunderland, M. (2010): Die neue Elternschule. Kinder richtig verstehen und liebevoll erziehen. Dorling Kindersley Verlag, München

    Antwort der Redaktion:
    Liebe Frau Oversberg,

    es tut mir sehr leid, dass Sie diesen Eindruck gewonnen haben. In dem Artikel distanziere ich mich an mindestens drei Stellen von der Ferber-Methode, z.B. S.17. "Aber auch viele Schlaftherapeuten haben Vorbehalte und befürchten etwa, diese Praxis könnte die Bindung zwischen Kind und Mutter gefährden..."

    Ich befürworte im Artikel noch nicht einmal von der Ferber-Methode abgeleitete, abgeschwächte Methoden. Vielmehr handelt der gesamte Beitrag davon, wie man Kindern auf andere, sanfte Weise und ohne die Bindung zu gefährden, helfen kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Katja Gaschler
    Redaktion GuG
  • Lokalisationstheorien sind out

    07.09.2014, Stefan Pschera
    Man weiß doch seit vielen Jahren, Funktion ist lokal nicht eingrenzbar. Ein lokales Areal hat viel zu wenig Information, um global zu entscheiden. Dazu Zahlen: Millionen Rezeptoren pro Auge werden benötigt, um zu erkennen Ein Neuron hat ca. 10 000 Eingänge. Da sitzt ein Neuron im dunklen Zimmer und weis, was draußen passiert? D.h. die Fairness-Zentrale im Kopf gibt es nicht. Diese Zentrale ist nur ein Teil eines funktionellen Teils. Die Informationen werden dorthin konzentriert. Allein kann das Areal nichts.
    Die Fasern des Konnektoms zeigen eine Lösung. Diese realisieren Funktion. Und in den Zentren (Lokalisation) treffen sich viele Fasern zu einem Thema. Mehr nicht.

  • Vor Alzheimer schützen, 7 goldene Regeln

    06.09.2014, Dietmar Löschau
    Sie haben in ihrem Beitrag zur Vorbeugung von Alzheimer geschrieben, genügend Omega-3-Fettsäuren durch Fisch einzunehmen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Sie auch Zuchtlachs dabei erwähnen, der aber doch sehr wenig Omega-3-Fettsäuren enthält. Lachs aus natürlichen Bestand ernährt sich von Plankton, und daher erhält er auch seine Omega-3-Fettsäuren. Daher hat der Zuchtlachs kaum Omega-3-Fettsäuren, da er mit Getreidefutter gezüchtet wird und daher maximal nur der Placeboeffekt erzeugt.


    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Löschau,

    sie haben Recht damit, dass die Omega-3-Fettsäuren vom Plankton im Meer stammen, welche sie wiederum aus Algen zu sich nehmen.
    Zuchtlachs enthält jedoch ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, wenn er mit kleinen Fischen und Fischabfällen gefüttert wird, was sehr verbreitet ist.
    Ein weiterer Inhaltsstoff von Fisch, der möglicherweise abschwächend auf die Entwicklung einer Demenz wirkt, ist Vitamin-D3, das auch in getreidegefütterten Fischen vorhanden ist, allerdings weniger als in Wildfischen.
    Es stimmt somit insgesamt, dass Zuchtfische weniger hirngesund sind als Wildfische. Dasselbe gilt ja auch für Fleisch: Das Fleisch von Weidetieren enthält eher Omega-3 als das von Stalltieren.
    Am Ende kommt es in der Tat auf die Fütterung an, in welchem Ausmaß Fisch und Fleisch gesund sind.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael Falkenstein
  • "Eine aufwühlende und fesselnde Familiengeschichte" ?

    29.08.2014, barbara wolff
    Ja, zweifellos: aufwühlend und fesselnd. Nur: es handelt sich hier nicht um die Familiengeschichte der Personen, deren Namen den Leser glauben machen, es sei "die Wahrheit über..". Neben den wenigen Unstimmigkeiten, die Katrin Hochberg aufgefallen sind, gibt es in diesem Roman zahlreiche phantasievolle Missgriffe und platte Anachronismen, unbedacht falsche Deutungen und verkehrte Verknüpfungen. Der Eindruck, den die vielen so korrekt scheinenden Daten, Adressen, Namen, "Fakten" und die Liste der herangezogenen Literatur erwecken, trügt. Dieses Buch ist ein Roman, dessen historisches "Gerüst" schon auf der ersten Seite ins Wackeln gerät. Würde er den Leser ebenso aufwühlen und fesseln, wenn die Protagonisten Eduard, Marlene und Albert Schulz hießen?
  • Wirklich Mathematik?

    27.08.2014, Ulrich Heemann
    Schon einfachste Neuronale Netze sind in der Lage, eine "statistische" Auswertung von Ereignissen durchzuführen. Genau das ist ihre Natur. Nun könnte man diesen Netzes auch eine intuitive mathematische Begabung unterstellen. Aber das ist doch wohl etwas an den Haaren herbeigezogen.
    Gleiches gilt auch für das intuitive Erfassen von Mengen. Ein mathematisches Wissen entsprechend der Fähigkeit, die Gegenstände zu zählen, ist dabei sicher nicht gegeben.
  • 25.08.2014, Walter Weiss
    Man sollte in der Naturwissenschaft des Menschen viel öfter und großzügiger vom Denkmittel der ABBILDUNG (im übertragenen Sinne) Gebrauch machen, denn dann könnte man das gerade in dem Bereich dieses Artikels zutage tretenden Klein-Kleins sehr schnell zu der Grundlage kommen, dass Sprechen nichts anderes ist als die Abbildung des Denkens auf das akustische Medium. Da das Denken nicht in einem bestimmten Areal des Gehirns angesiedelt ist, sondern doch wohl holistisch aufgefaßt werden muß, gibt es natürlich auch für das Sprechen keinen konkreten Gehirnabschnitt.

    Beim Abbilden muß man immer berücksichtigen, dass es keine 1:1-Abbildung gibt: immer fehlen Teile des Abgebildeten in der Abbildung, immer enthält die Abbildung gegenüber dem Abgebildeten neue Teile. Sich gerade damit zu beschäftigen, macht den Reiz auf diesem Gebiet aus.

    Ebenso wichtig ist es, zu beachten, dass sehr häufig die Abbildung auf das Abgebildete zurückwirkt - auch derartige Reaktionen und Rückkopplungen haben ihre Bedeutung und ihren Reiz.

    Dass übrigens kleine Kinder im Alter des ersten Spracherwerbs ohne jede Anstrengung die Sprache ihrer Umgebung (ja bis zu drei Sprachen, die in ihrer unmittelbaren Umgebung gesprochen werden) besonders schnell erwerben, ist genetisch angelegt und für die Lebensumstände gerade dieser ganz kleinen Kinder entscheidend wichtig.
  • 25.08.2014, Walter Weiss
    Wie kann man nur einen solchen Titel wählen?: Die Kausalität ist doch genau anders herum. Sprache ist die Abbildung des Denkens, also könnte man mit Recht nur formulieren 'Gesprochen wie gedacht'. Das wäre allerdings eine Banalität.

    Für die Fälle, die der Autor abhandelt, gilt generell: Die Sprecher haben die gleichen Gehirne, den gleichen Denkapparat. Wenn sie also auf konkrete Situationen sprachlich verschieden reagieren, liegt das ganz simpel an ihrer ERWORBENEN Kulturausstattung, die erkennbar unterschiedlich ist.

    Und das sollte doch nun wahrhaftig nicht verwundern.
  • 25.08.2014, Walter Weiss
    Das Gehirn des Menschen ist DAS Organ, das ihn in die Lage versetzen soll, auf Änderungen in der unmittelbaren Umwelt angemessen zu reagieren. Im Hinblick auf jegliches Fehlen einer umfassenden Theorie über die Funktionsweise des Gehirns habe ich deshalb schon vor Jahren die Arbeitshypothese aufgestellt, dass die allergünstigste Grundausrüstung für das Gehirn und damit für das Denken die genetisch verankerte Abbildung der durch die körperlichen Sinne abgebildeten Umwelt in abstrahierter Form ist, verbunden mit ebenso abstrahierter Niederschrift der in diesem Bereich möglichen Interaktionen (im Sinne der klassischen Physik): vgl. meinen Text 'EXZERPT' (ISBN 978-3-8442-2681-2, Epubli, eBook dort und bei Amazon). Die Basis des Denkens besteht also einfach darin, diese vor langer Zeit evolutionär gespeicherten Grundlagen mit jedem neuen Eindruck - sei er durch die körperlichen Sinne hereingebracht, sei er aus konkreten Erinnerungen hervorgeholt - zu vergleichen und auf blitzschnell festgestellte Unterschiede zwischen beidem zu reagieren.

    Was hier in dem Artikel fallweise abgehandelt wird, ist mir daher seit Jahren geläufig! Und zwar als umfassende in sich geschlossene Theorie.
  • 25.08.2014, Walter Weiss
    Die armen Hirnforscher: sie eruieren Vorgänge im Gehirn und wollen diese Ergebnisse natürlich auch sprachlich fixieren, sei es für sachkundige Kollegen, sei es für Laien.

    Nun sind derartige Vorgänge im Gehirn aber leider völlig EINMALIG, also auch in Teilen niemals mit irgendwelchen Vorgängen in der Medizin oder Naturwissenschaft vergleichbar.

    In dieser Situation können die Gehirnforscher nichts anderes tun, als aus anderen medizinischen oder physikalischen Gebieten Vorgänge gedanklich herbeizuholen und zu hoffen, dass das tertium comparationis einigermaßen stimmt.

    Übrigens besteht dieses Problem für die Gesamtheit der naturwissenschaftlichen Forschung auf Gebieten, die jenseits der Reichweite unserer körperlichen Sinne liegen. Auch sie können nur Vergeichbares aus dem Bereich der Reichweite der körperlichen Sinne hinzuziehen, das dann recht und schlecht paßt, niemals völlig paßt, denn 'verstehen' können wir nur Vorgänge aus dem Bereich der Reichweite unserer körperlichen Sinne - alles weitere können wir allenfalls 'berechnen', also in mathematischen Formeln definieren.

    Wenn insbesondere Hirnforscher dazu neigen, einzelnen Gehirnbereichen gewissermaßen eine eigene Persönlichkeit zu verleihen, dann ist das doch selbstverständlich diesen Zusammenhängen zu entnehmen - kein Gehirnforscher ist so dämlich, hier wirklich Persönlichkeiten NEBEN dem Inhaber des Gehirns zu konstruieren.

    Was speziell den auf der letzten Seite erwähnten Versuch angeht, so ist der klar erkennbare Grund für die Zeitverschiebung einzig und allein die Trägheit der Übermittlung von der Entscheidung zum Bewußtwerden, also nichts Übernatürliches.
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