Nachrichten | 22.01.2013

Motivationspsychologie

Pausengong

Aktivitätsschwankungen der Inselrinde steuern unsere Pausengestaltung.
Liesa Klotzbücher

Regelmäßige Pausen halten fit und steigern die Leistung – doch woher wissen wir, wann es wieder an der Zeit ist, Kraft zu tanken? Eine kleine Hirnregion lenkt unsere Entscheidung, die Arbeit zu unterbrechen und wieder fortzuführen, entdeckten Forscher von der Université Pierre et Marie Curie in Paris.

38 Versuchsteilnehmer konnten Geld erwirtschaften, indem sie mit ihrer Hand so fest auf einen Sensor drückten, dass sie damit ein bestimmtes Maß an Kraft erreichten. Währenddessen zeichnete das Team um Mathias Pessiglione deren Hirnaktivität auf. Zu Beginn eines Durchgangs zeigte ein Bild den möglichen Verdienst an. Anschließend sahen die Probanden auf dem Monitor, wie stark sie augenblicklich zudrückten und wie hoch die geforderte Leistung war. Ihre Belohnung hing davon ab, wie lange sie diese Kraft halten konnten. Je nach Runde sollten die Probanden unterschiedlich stark zupacken, manchmal beinahe so fest, wie sie konnten, in anderen Durchgängen mussten sie sich nur wenig anstrengen.

Solange die Versuchspersonen sich abmühten, stieg die Aktivität der so genannten Inselrinde kontinuierlich an – und fiel wieder ab, wenn die Probanden erschöpft eine kurze Pause einlegten. Bei schwierigen Aufgaben erreichte die Inselrinde schneller einen kritischen Punkt. Bei besseren Gewinnaussichten dauerte dies länger, die Teilnehmer zeigten eine größere Ausdauer und benötigten weniger Unterbrechungen.

Die Inselrinde agiert wie ein Taktgeber, schließen die Forscher. Offensichtlich erinnert uns diese Hirnregion daran, wann es mal wieder Zeit ist, eine kleine Pause einzulegen.

© Gehirn und Geist
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