Nachrichten | 17.11.2011

Psycholinguistik

Lehrreiche Wörter

Kleinkinder, die oft mit Größen- und Formbegriffen konfrontiert werden, entwickeln ein besseres räumliches Verständnis.
Formt Sprache unser Denken? Im Falle des räumlichen Denkens scheint es so zu sein. Ein Team um die Psychologin Shannon Pruden von der Florida International University in Miami fand jetzt heraus: Wer von klein auf viele geometrische Begriffe gewöhnt ist, entwickelt im Schnitt bessere räumliche Fähigkeiten.

Die Forscher hatten 14 Monate alte Kinder mit jeweils einem Elternteil in Abständen von vier Monaten gefilmt, wobei sich die Mütter und Väter dem Nachwuchs gegenüber ganz normal verhalten sollten. Dabei registrierten die Wissenschaftler, wie häufig Wörter für Objekte ("Dreieck"), Größenbezeichnungen ("breit") oder Beschreibungen charakteristischer Erscheinungen ("Ecke") fielen.

Im Alter von viereinhalb Jahren wurden dieselben Kinder auf ihr räumliches Denkvermögen getestet – beispielsweise mit mentalen Rotationsaufgaben, bei denen sie Objekte im Kopf drehen sollten. Kinder, die von ihren Eltern viele geometrische Begriffe gehört hatten, erzielten dabei durchschnittlich höhere Leistungen als andere Altersgenossen. Selbst wenn die Forscher den Einfluss der allgemeinen sprachlichen Fähigkeiten der Kinder herausrechneten, kamen sie zum selben Ergebnis. Pruden und ihre Kollegen vermuten, dass die häufig verwendeten Begriffe die Aufmerksamkeit der Kinder stärker auf räumliche Beziehungen gelenkt haben. (mb)
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