Direkt zum Inhalt

News: Entzündungen steigern Herzinfarkt-Risiko

Mehr als die Hälfte aller Herzinfarkte lassen sich auf die klassischen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder hoher Blutdruck zurückführen. Viele Fälle treten jedoch aus 'heiterem Himmel' auf. Hier scheinen oftmals Entzündungen im Körper eine zusätzliche Belastung darzustellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, in der fast eintausend Männer über acht Jahre hinweg gründlich untersucht wurden.
Die Langzeitstudie gehörte zu einem 1984 gestarteten Projekt mit dem Namen MONICAMonitoring Trends and Determinants in Cardiovascular Disease. Sie wurde unter der Leitung von Wolfgang Koenig vom Ulmer Universitätsklinikum an verschiedenen Institutionen in Deutschland und Großbritannien durchgeführt.

Herzpatienten schweben in der Gefahr, daß sich die Ablagerungen in ihren Blutgefäßen entzünden. Auch Entzündungen an anderen Stellen des Körpers könnten über das Blutgefäßsystem die geschädigten Adern noch weiter belasten. Damit wäre das Infarktrisiko bei Entzündungen im Körper deutlich erhöht.

Um diese Annahmen zu überprüfen, wählten die Ärzte für ihre Studie 936 gesunde "Normalbürger" aus der Altersklasse von 45 bis 64 Jahre aus. Acht Jahre lang untersuchten sie mit einem immunradiometrischen Verfahren deren Blut auf C-reaktives Protein (CRP). Dieses Molekül wird bei bereits sehr leichten Entzündungsreaktionen des Körpers gebildet und nach dem Abklingen schnell wieder abgebaut. Sind die CRP-Werte auch bei einem scheinbar gesunden Patienten dauerhaft erhöht, dann versteckt sich in seinem Körper irgendwo eine latente chronische Infektion.

Während der Studie traten 53 koronare Ereignisse auf – und zwar besonders bei Probanden mit erhöhten CRP-Werten. Auch nachdem das generell höhere Risiko der Raucher herausgerechnet wurde, blieb der Unterschied signifikant. Die Ergebnisse zeigen, daß man den CRP-Gehalt nutzen kann, um einen akuten Gefäßverschluß zu prognostizieren. Nicht minder wichtig ist jedoch, daß sich auch leichte Entzündungen bereits deutlich auf das Herzinfarktrisiko auswirken können. Die genauen Bedingungen müssen jedoch noch weiter untersucht werden.

Siehe auch

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.