Blüht unserem Rechtssystem eine Neuro-Revolution? Werden bald "gefährliche Gehirne" aus dem Verkehr gezogen - statt Personen zur Verantwortung? Helfen Hirnscans, Verdächtige einer Straftat zu überführen oder ihre Schuldfähigkeit zu klären? Szenarien wie diese gibt es viele. Doch einer näheren Prüfung halten sie - noch - nicht stand.
Stephan Schleim erforscht die neuronalen Grundlagen moralischer Urteile am Universitätsklinikum Bonn. Auf www.brainlogs.de diskutierte er in seinem Blog "Menschen-Bilder" Fragen der Neuroethik.
Die Fortschritte der Neuroforschung stellen Strafrechtler wie forensische Psychologen und Psychiater vor neue Herausforderungen – so ist allenthalben zu lesen. Immer besser durchschaue die Wissenschaft nämlich jene Hirnprozesse, die hinter gewalttätigem oder delinquentem Verhalten stecken. Umso nötiger scheine es, traditionelle Begriffe wie Schuld und Verantwortung, auf denen unser gesamtes Rechtssystem beruht, zu überdenken
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