Sie wollen Abenteuer nicht nur in Romanen mitverfolgen, sondern sie selbst erleben - sie suchen Action nicht nur im Kino, sondern bringen sie in ihr Leben: so genannte Novelty Seeker. Forscher erkunden, was neuheitssüchtige Menschen kennzeichnet - und warum auch die Gewohnheit eine Tugend sein kann.
"Der kürzeste Weg zu sich selbst führt um die ganze Welt." Das zumindest glaubte der Philosoph und Schriftsteller Hermann Graf Keyserling (1880-1946). Für ihn gab es deshalb nur eine Möglichkeit, sich selbst neu zu entdecken: das Reisen. Wer seinen Horizont erweitern wolle, müsse geografische Grenzen überschreiten und ins Ungewisse aufbrechen.
Doch wie viele Kilometer muss ein Mensch zurücklegen, um Neues an sich selbst zu entdecken? Gar keinen, sagen die einen. Neue Fassetten der Persönlichkeit zu entwickeln sei etwas Innerliches. Dafür müsse man weder von Hamburg nach Madrid umziehen noch den Lebenspartner austauschen. Wer Äußerlichkeiten ändere, wechsle nur das Bühnenbild, vor dem sich das eigene Leben abspielt. Andere halten dagegen: Freunde, Gerüche, Farben und Klänge beeinflussen uns stark. Innere Veränderung setze äußere Bewegung voraus ...
Infos
Literaturtipps
Roth, G.: Persönlichkeit, Entscheidung und
Verhalten. Warum es so schwierig ist, sich und andere zu
ändern. Stuttgart: Klett Cotta 2008, 4. Auflage.
Schlink, S., Walther, E.: Kurz und gut: Eine
deutsche Kurzskala zur Erfassung des Bedürfnisses nach
kognitiver Geschlossenheit. In: Zeitschrift für
Sozialpsychologie, 38(3), 2007, S. 153-161.
Schweizer, T. S.: The Psychology of
Novelty-Seeking, Creativity and Innovation: Neurocognitive
Aspects Within a Work-Psychological Perspective. In: Creativity and
Innovation Management 15(2), 2006, S. 164-172.