Hirnscans legen den Verdacht nahe, dass unsere moralischen Urteile weniger auf rationalen Denkprozessen gründen, als vielmehr in emotionalen Intuitionen.
Ein abgekoppelter Waggon rast auf eine Gruppe von Bahnarbeitern zu, die nichts ahnend auf den Schienen stehen. Wenn niemand eingreift, werden alle fünf Männer überrollt. Zufällig stehen Sie an einer Weiche und könnten den außer Kontrolle geratenen Zugteil auf ein Nebengleis lenken. Dort steht jedoch ein weiterer Arbeiter, der das Manöver garantiert mit dem Leben bezahlen müsste. Hand aufs Herz: Würden Sie die Weiche umlegen, um das Leben der fünf auf Kosten des einen zu retten? ...
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Erst das Gefühl, dann die Moral?
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Der »Moral Sense Test« des Harvard-Psychologen Marc Hauser zum Mitmachen (in Englisch, Spanisch und Chinesisch)
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Stephan Schleim kommentiert regelmäßig aktuelle Ergebnisse der Hirnforschung

Gehirn&Geist
Literaturtipps
Walter, H., Schleim, S.: Vom Sein des Sollens. Zur Psychologie und Neurobiologie der Moral. In: Nervenheilkunde 26, 2007, S. 312-317.
Hauser, M. D.: Moral Minds. How Nature Designed Our Universal Sense of Right and Wrong. New York: Harper Collins 2006.
Moll, J., Zahn, R. et al.: The Neural Basis of Human Moral Cognition. In: Nature Reviews Neuroscience 6(10), 2005, S. 799-809.