Autismus
Unterschätzte Außenseiter
Massiv geistig behindert, unfähig ein erfülltes Leben zu führen – so lautet das gängige Klischee über Autisten. Neue Studienergebnisse sprechen jedoch eine andere Sprache: Viele Betroffene seien schlicht nur ein bisschen anders.
Autisten gelten landläufig als unfähig zu solchen Gefühlsreaktionen. Die Betroffenen scheinen vor allem in sozialer und emotionaler Hinsicht in ihrer eigenen, isolierten Welt zu leben. Sie gelten als behindert, da sie so vieles typisch Menschliche vermeintlich nicht können, an so vielen Dingen keinen Anteil haben. Der Grund für dieses Vorurteil: Die öffentliche Wahrnehmung von Autismus beschränkt sich traditionell auf schwer betroffene Kinder, die mitunter tatsächlich geistig zurückgeblieben und extrem verhaltensauffällig sind


Sebastian Dern ist bei der Selbsthilfeorganisation Aspies e. V. aktiv und Mitgestalter der Internetseite www.autismusundcomputer.de.
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1. Autist mit Gerechtigkeitsempfinden
24.03.2009, Rene Aquaba Damaskus Syrien2. Gefühlsschwach? - Nein
10.04.2009, K. Wilke, DeutschlandAuf Grund der autismustypischen Eigenheiten (u.a. fehlende oder eingeschränkte Theory of mind) können Menschen mit Autismus ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden entwickeln, das weniger gefärbt ist durch Effekte wie Parteinahme.
3. Hyperaktive Spiegelneurone
03.06.2010, Johannes Drischel, Müden/AllerHochsensible Menschen haben, bedingt durch die auf sie einwirkende Reizüberflutung, einen hohen Kompensationsbedarf. Dieser Kompensationsbedarf fördert mit der Zeit das Entstehen von dissoziativen Phänomenen. Steigt der Stress im Regulationssystem dann über ein erträgliches Maß, so kippen die Regeln des Organismus entlang vorhandener Ressourcen in eine neue stabile Funktionslage. Folglich heißt es dann, dekompensieren oder autistisch kompensieren. Die diagnostizierbare Störung trägt also die Handschrift der zur Kompensation verwendeten Kernressourcen. Allrounder entwickeln eher ein ADHS. Inselbegabte eher ein Aspergersyndrom. Die Verwandtschaft dieser Störungsbilder ist beim Kennenlernen Betroffener meist augenfällig.
Dissoziative Strategien setzten meist dort ein, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Daher scheint mir bei Autisten am ehesten bei den Spiegelneuronen eine Schutzbedürftigkeit und daher auch eine Inselbegabung vorzuliegen. Das scheint auf den ersten Blick strange, hat aber eine stringente Logik.
4. Hoch sensible Menschen
08.01.2011, Jessica KunkelSchon hoch sensible Menschen haben häufig Reizüberflutung,
sie haben in der Regel jedoch auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. D.h. sie sind emotional sehr offen für ihre Umgebung.
Autisten sind auf der emotionalen Ebene und in ihren fünf Sinnen noch viel offener als hoch sensible Menschen. Dadurch haben sie jedoch mehr Reizüberflutung, als sie es emotional verkraften können. Deshalb schalten sie als Schutzmechanismus ihre Gefühle öfters ab, indem sie sich emotional aus ihrem Körper nach oben hin zurückziehen. Dadurch entsteht dann leicht der Eindruck, als hätten sie einen ständigen Mangel an Einfühlungsvermögen/Empathie. Das stimmt so aber nicht, denn in ruhigen und sehr reizarmen Situationen können sie durchaus auch hochgradig offen und einfühlsam sein.
Autismus ist ein Schutzmechanismus vor zu viel Reizüberflutung. Sämtliche typisch autistischen Symptome lassen sich letztendlich dadurch erklähren. Wann wird die Wissenschaft das nur endlich einmal einsehen.