Psychophysik – schon das Wort klingt wie ein Widerspruch in sich. Wie sollte sich wohl unser Seelenleben in das Korsett der exakten Naturwissenschaft pressen lassen? Wie könnte es durch Gesetze und Gleichungen beschreibbar sein?
Zwar sind wir heute daran gewöhnt, dass Psychologen unsere Empfindungen, ob Sinneseindrücke, Schmerzen oder auch Verliebtheit, etwa per Fragebogen in Messwerte übersetzen, um damit statistische Tests zu rechnen. Selbst Unterhaltungsmagazine geben sich mit allerlei Skalen für den Hausgebrauch einen wissenschaftlichen Anstrich. Dennoch hegen nicht nur Laien, sondern auch mancher akademische Psychologe Zweifel daran, dass sich Psychisches überhaupt exakt auf Zahl und Maß bringen lasse.
Ein Ausflug zu den Anfängen des Fachs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt, dass solche Vorbehalte an den Grundfesten der empirischen Seelenkunde rütteln …