Wissenschaftsgeschichte
Stimulus inspirans
Mit dem Messen von Sinnesschwellen und Empfindungen avancierte die Seelenkunde im 19. Jahrhundert zu einer experimentellen Wissenschaft. Ihre Gründerväter versuchten, Geistiges in Formeln und Zahlen zu fassen. Unerhört - fanden viele Zeitgenossen!
Zwar sind wir heute daran gewöhnt, dass Psychologen unsere Empfindungen, ob Sinneseindrücke, Schmerzen oder auch Verliebtheit, etwa per Fragebogen in Messwerte übersetzen, um damit statistische Tests zu rechnen. Selbst Unterhaltungsmagazine geben sich mit allerlei Skalen für den Hausgebrauch einen wissenschaftlichen Anstrich. Dennoch hegen nicht nur Laien, sondern auch mancher akademische Psychologe Zweifel daran, dass sich Psychisches überhaupt exakt auf Zahl und Maß bringen lasse.
Ein Ausflug zu den Anfängen des Fachs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt, dass solche Vorbehalte an den Grundfesten der empirischen Seelenkunde rütteln


Steve Ayan ist Diplompsychologe und Redakteur bei Gehirn&Geist.
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