Tinas Gefühlsentgleisungen treten schubweise auf und hängen unter anderem mit ihrem Menstruationszyklus zusammen. Innerhalb weniger Tage entwickeln sich dabei auch körperliche Beschwerden wie Herzrasen, Übelkeit und Gliederschmerzen. Zu den zahlreichen Fehldiagnosen gehörten Reizdarm-Syndrom, Depression, Borderline-Störung und Schizophrenie. Als Kind durfte sie keine Süßigkeiten essen, mit 19 Jahren schluckte sie Antidepressiva, später Antipsychotika. Doch alle Behandlungsversuche blieben erfolglos.
Erst nach ihrem 30. Geburtstag erkannte endlich ein Arzt die wahre Ursache ihres Leidens


Erich Kasten ist Professor für Medizinische Psychologie an der Universität Lübeck.

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1. Fruktoseintoleranz
23.06.2010, Gabi Mitterdorfer, A-4580 WindischgarstenEs handelt sich bei der Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose) nicht um eine allergische Reaktion. Bei Personen, die Milchzucker vertragen, wird der Zweifachzucker Laktose durch ein Enzym (Laktase) in seine beiden Bestandteile Galaktose und Glukose zerlegt und diese dann durch die Darmwand aufgenommen. Bei Laktoseunverträglichkeit besteht ein Mangel an dem spaltenden Enzym (Laktasemangel). Es besteht die Möglichkeit, das Enzym bei der Zufuhr von laktosehaltigen Speisen einzunehmen. Andernfalls bleibt die Laktose im Darm und wird durch Bakterien abgebaut. Die entstehenden Abbauprodukte können zu Blähungen und Durchfall führen. Diese Symptome können auch bei Fruchtzuckerunverträglichkeit - wenn Fruchtzucker (Fruktose) nicht gut aufgenommen werden kann - auftreten.
Diese Intoleranz ist häufig und in diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert, da sie beträchtliche Auswirkungen auf die Psyche haben kann. Durch die im Darm verbleibende Fruktose wird die Aminosäure Tryptophan komplexiert und so möglicherweise nicht in ausreichender Menge aus dem Darm aufgenommen. Aus Tryptophan entsteht im Körper das so genannte "Glückshormon" Serotonin. Serotoninmangel kann zu depressiver Verstimmung führen oder auch zu Heißhungerattacken (dafür kommen auch Chrommangel oder eine Pilzüberwucherung im Darm als Auslöser in Frage, aber das ist eine anderer Geschichte ...).
Zu einer raschen Verbesserung der psychischen Verfassung kann bei der Fruktoseintoleranz die Einnahme von 5-Hydroxytryptophan (Zwischenprodukt in der Serotoninherstellung) als Reinsubstanz oder in Form von Griffonia-Pulver (Afrikanische Schwarzbohne) führen. Beides ist in Kapselform erhältlich.
Für eine ursächliche Besserung beider erwähnter Intoleranzen ist eine sechs- bis achtwöchige Phase empfehlenswert in der der nicht vertragene Zucker vollständig gemieden wird. Währenddessen sollte die Darmschleimhaut unter Zufuhr abgestimmter Vitamine und Mineralstoffe und insbesondere von Glutaminsäure (Aminosäure) aufgebaut und gleichzeitig die Darmflora mit einem hochdosierten Multispezies-Produkt saniert werden.