Stephan Schleim ist Forscher und Dozent in der Abteilung für Grundlagen und Geschichte der Psychologie der Universität Groningen.
Stephan Schleim
Ein Lehrstück darüber, wie leicht Hirnforscher bei der Interpretation ihrer Ergebnisse über das Ziel hinausschießen
In einer Studie, die Ende 2009 im Fachjournal "Neuron" erschien, untersuchten Neuroökonomen die Hirnaktivität unehrlicher Personen. Die Ergebnisse weisen laut der Autoren Thomas Baumgartner und Ernst Fehr von der Universität Zürich sowie Urs Fischbacher von der Universität Konstanz darauf hin, dass Menschen, die mit großer Wahrscheinlichkeit ein Versprechen brechen, einen emotionalen Konflikt erleben. Die Forscher zogen daraus weit reichende Schlüsse: Ein einzigartiges, "betrügerisches" Muster von neuronaler Aktivität erlaube es nicht nur, ehrliche und unehrliche Menschen voneinander zu unterscheiden. Man könne allein durch den Blick ins Gehirn sogar vorhersagen, ob sich eine Person zukünftig fair verhalten werde oder nicht ...
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Es ist ein Organ wie die Lunge, die Leber oder das Herz - und doch etwas Besonderes: unser Gehirn. Immer tiefer blicken Hirnforscher dank bildgebender Verfahren in die menschliche Denkfabrik hinein und lüften die Geheimnisse um den Sitz unserer Seele.
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