Depression
Tiefgreifender Wandel
Eine Behandlung mit Antidepressiva verändert die Persönlichkeit
Die Wissenschaftler verglichen 120 depressive Patienten, die Paroxetin (einen Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) erhielten, mit 60 anderen, die ein Placebo schluckten. Die mit dem Antidepressivum Behandelten fühlten sich nach drei Monaten deutlich besser. Zugleich erzielten sie im einem Persönlichkeitstest nun auch niedrigere Wert für Neurotizismus, waren also weniger ängstlich und reizbar. Dafür war ihr Wert für Extraversion nun erhöht, sie schätzten sich selbst als kontaktfreudiger und gesprächiger ein. Dies war laut den Forschern nicht auf die verbesserte Stimmungslage zurückzuführen: Zwar ist bekannt, dass sich nach überwundener Depression auch die Selbstwahrnehmung von Patienten ändert – doch auch bei Berücksichtigung dieses Faktors blieb der Persönlichkeitswandel statistisch signifikant.
Unter den Teilnehmern in der Vergleichsgruppe, die das Scheinmedikament erhielt, gingen die depressiven Symptome ebenfalls leicht zurück. Doch auf die Ergebnisse Ihres Persönlichkeitstests hatte das keinen Einfluss. Das spricht nach Ansicht der Forscher dafür, dass Antidepressiva vor allem auf die Persönlichkeit einwirken und möglicherweise erst dadurch die Schwermut bessern, anstatt direkt auf die depressiven Symptome zu wirken. (ja)
Tang, T. Z. et al.: Personality Change During Depression Treatment: A Placebo-Controlled Trial. In: Archives of General Psychiatry 66(12), S. 1322-1330, 2009.



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1. Endlich kommt die Wahrheit ans Licht
12.12.2009, J. PuruckerSeit Jahr und Tag sage ich: Diese Medikamente verändern meine Persönlichkeit! Ich bin ein völlig veränderter Mensch, bin nicht mehr kreativ, ich bin draufgängerisch und wagemutig, und ich EMPFINDE KEIN GEFÜHL MEHR IN SEINER EIGENTLICHEN INTENSITÄT. Nicht nur die negativen, auch die positiven Gefühle werden gedämpft. Ich bin nicht mehr ich selbst.
Und werde mitleidig belächelt. Nicht ernst genommen. Ich empfinde das als Respektlosigkeit, um nicht zu sagen als bodenlose Frechheit.
"Das kann nicht sein." - "Das bilden Sie sich ein."
Ich hoffe, dass diese Erkenntnisse endlich bekannt werden, und dass Patienten, denen dieselben Lügen unterstellt wurden, endlich zu ihrem Recht kommen.
Indem einer der "Götter in Weiß" zu ihnen sagt: "Ja, ich habe mich geirrt. Sie hatten recht."
2. Das ist es doch grad
14.12.2009, A. Günter, StuttgartUnd gerade die Veränderung von Merkmalen, die dazu führen, dass man depressiv wird, ist doch genau das, was man will; und nicht bloß eine Aufhellung der Stimmungslage.
Man kann natürlich auch an seiner depressiven "Seele" hängen und meinen, man wäre nicht mehr man selbst, wenn man nicht mehr depressiv wäre - das scheint mir aber ein anderes Problem zu sein.