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Magazin | 06.11.2009
WEISHEIT

Tugend forscht

Steve Ayan
Woran erkennt man einen weisen Menschen? Was macht Lebensklugheit aus? Und lässt sie sich lernen? Eine überraschende Antwort von Psycho­logen lautet: Weisheit ist kein Privileg des Alters, sondern formt sich schon in jungen Jahren.
Lauf der Dinge
Hand aufs Herz, wie viel Weisheit steckt in Ihnen? Eine Fangfrage, zugegeben – denn wer von sich behauptet, er sei weise, beweist damit geradezu das Gegenteil. Wahre Tugend brüs­tet sich nicht. Nächster Versuch: Stellen Sie sich vor, Sie hätten den "Athene-Orden für besondere Weisheit" zu vergeben. Sie dürfen ihn aber nur einer Person verleihen, die Sie persönlich kennen. Denken Sie an Ihre Familie, Ihre Freunde – auf wen fiele Ihre Wahl? So merkt man schnell, "weise sein" kann vieles bedeuten.
Gemeinhin schmückt dieses Prädikat Ikonen der Nächstenliebe wie Mutter Teresa oder den Dalai-Lama, Geistesgrößen vom Format Albert Einsteins oder sturmerprobte Staatsmänner wie Altkanzler Helmut Schmidt. Aber Menschen wie du und ich – können auch sie weise sein? Wenn ja, wie und wann äußert sich das?
Solche Fragen beschäftigen heute eine Schar empirisch arbeitender Psychologen, die eine alte Domäne der Tugendphilosophen erobern ...
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» Gehirn&Geist, Dezember 2009
zum Thema
Quellen
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Baltes, P., Smith, J.: The Fascination of Wisdom: Its Nature, Ontogeny, and Function. In: Perspectives on Psychological Science 3(1), S. 56-64, 2009.

Bluck, S., Glück, J.: Making Things Better and Learning a Lesson: Experiencing Wisdom Across the Lifespan. In: Journal of Personality 72(3), S. 543-572, 2004.

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Staudinger, U. et al.: Handbuch zur Erfassung von weisheitsbezogenem Wissen. Materialien zur Bildungsforschung Nr. 46. Berlin: MPI für Bildungsforschung, 1994.

Sternberg, R. J.: A Balance Theory of Wisdom. In: Review of General Psychology 2(4), S. 347-365, 1998.


Buchtipp

Scobel, G.: Weisheit. Über das, was uns fehlt. DuMont, Köln 2008.
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