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Leserbrief | 08.08.2009
zu: Besser Denken: Coaching statt Nachhilfe
in Gehirn&Geist, September 2009, S.66

Lerntypen und Nutzung beider Gehirnhälften

Ich bin entsetzt, in der letzten Ausgabe auf Seite 69 pseudo-wissenschaftlichen und gefährlichen Unsinn über Lerntypen lesen zu müssen. Diese Lerntypenunterscheidung hat keinerlei empirische Basis, und gefährlich ist sie deshalb, weil es eine Menge Schüler gibt, die nach einem so gen. "Lerntyptest" nach Vester, den unbedarfte Lehrer noch immer durchführen, überzeugt sind, dass sie ein bestimmter Lerntyp sind und daher z.B. nur aus Texten gar nicht richtig lernen zu können.
Dass im Text dann auch noch die wundersame Wirkung der "Nutzung beider Gehirnhälften" aufgewärmt wird, krönt den Schwachsinn.
helmut.niegemann@uni-erfurt.de
Ihre E-Mail-Adresse
 
Antwort der Redaktion:
Sehr geehrter Herr Niegemann,

zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Text in unsere Rubrik „Besser Denken“ fällt, die klar gekennzeichnet ist als „Praxistipps von Trainern und Beratern“. Es geht hier also im Unterschied zu allen übrigen Artikeln im Heft vor allem um anwendungsbezogene Hinweise, die eher im persönlichen Erfahrungswissen der Autoren denn in wissenschaftlichen Studien gründen.

Ich teile im übrigen Ihre Befürchtung nicht, dass die Lerntypen Schüler negativ beeinflussen würden. Im Gegenteil erfährt der Schüler, auf welchem Weg er vielleicht etwas leichter als bisher lernen kann. Er kann es ja probieren, wenn es nicht funktioniert, ist nichts verloren.

Das Problem, dass die unterschiedliche Funktion der beiden Hirnhälften in der populären Literatur oft weit übertrieben und einseitig dargestellt wird, ist mir bestens bekannt. Von einer "wundersamen Wirkung" war im Text allerdings auch nirgends die Rede.

Eine Replik des Autors des Artikels ist unten verlinkt.

Mit besten Grüßen,

Hartwig Hanser, Redakteur "Gehirn&Geist"
 
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