Wissenschaftschronik
Eine kurze Geschichte der Chromosomenzahl
Selbst zwei Jahre nach Aufklärung der DNA-Struktur war die korrekte Zahl der menschlichen Chromosomen noch nicht bekannt. Eine 1956 publizierte Entdeckung leitete dann eine grundlegende Entwicklung ein.
Ganz anders stand es um die Humangenetik. Alles in allem war das Gebiet stark durch die früheren biometrischen Studien von Francis Galton beeinflusst, der den Standpunkt vertrat, die mendelschen Regeln seien auf die menschliche Vererbung nicht anwendbar. Dennoch gab es einige Lichtblicke, darunter die Entdeckung des AB0-Blutgruppensystems durch Karl Landsteiner im Jahr 1901, das ein klassisches Beispiel für »mendelnde« menschliche Merkmale darstellt. Landsteiner und seine Schüler entdeckten später auch den Rhesusfaktor und weitere Blutgruppensysteme, so dass Anfang der 1950er Jahre insgesamt neun unabhängige, nach den mendelschen Regeln vererbte Blutgruppensysteme bekannt waren. Einen weiteren wichtigen, jedoch kaum beachteten Beitrag leistete Archibald Garrod. In seinen Arbeiten zu angeborenen Stoffwechselfehlern, erkannt bei seinen Patienten, nahm er bereits 1909 die Ein-Genein- Enzym-Hypothese vorweg.
Im Jahr 1949 stellten Linus Pauling und seine Kollegen fest, dass


Stanley M. Gartler arbeitet an
den Abteilungen für Medizin und
Genomwissenschaften der University
of Washington in Seattle,
Washington, USA.
abrufen





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