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"Grinsekatze", fragte Alice. "Würdest du mir bitte sagen, welchen Weg ich einschlagen muss?" "Das hängt in beträchtlichem Maße davon ab, wohin du gehen willst", antwortete die Katze. "Oh, das ist mir ziemlich gleichgültig", sagte Alice. "Dann ist es auch einerlei, welchen Weg du einschlägst", meinte die Katze.
aus "Alice im Wunderland" von Lewis Carroll (1832-1898)

Junge Eltern stehen vor der gewaltigen Aufgabe, ein Kind großzuziehen. Sie betreten unbekanntes Terrain, vielfach fehlt die Orientierung. Früher oder später lernen fast alle Mütter und Väter das Gefühl der Hilflosigkeit kennen, ganz so wie die Titelfigur von Lewis Carrolls Kinderbuch "Alice im Wunderland" im verworrenen Kaninchenbau.
Die Zeiten, in denen der christliche Werte­kanon unangefochten das Maß aller Dinge war, sind lange vorbei. Heute kursieren unterschiedlichste Vorstellungen darüber, wie Kinder zu selbstbewussten und sozial handelnden Individuen heranreifen – angefangen bei der anti­autoritären Erziehung, die Eltern und Kind als gleichberechtigte Partner betrachtet, bis hin zur Renaissance von streng hierarchischen Fami­lienmodellen, die konservative Tugenden wie Disziplin und Gehorsam in den Mittelpunkt rücken. Neuerdings hat etwa die amerikani­sche Juraprofessorin Amy Chua mit ihrem Buch "Die Mutter des Erfolgs" eine gesellschaftliche Debatte darüber ausgelöst.
Der Pluralismus gibt Eltern große Freiheiten bei der Erziehung ihres Nachwuchses …