Vilayanur S. Ramachandran und Diane Rogers-Ramachandran forschen am Center for Brain and Cognition an der University of California in San Diego.
Visuelle Illusionen sind nicht nur verblüffende Spielereien – sie können auch zur Aufklärung des Rätsels beitragen, wie unser Gehirn funktioniert. Die vielleicht berühmtesten Beispiele für solche entlarvenden Fehlleistungen sind die geometrisch-optischen Täuschungen, wie etwa die Ponzo- oder Schienentäuschung. In der erstmals 1913 von dem italienischen Psychologen Mario Ponzo beschriebenen Illusion wirkt die untere waagrechte Linie kürzer als die obere, obwohl beide tatsächlich gleich lang sind. Ein ähnlicher Effekt tritt bei der wohl am besten untersuchten aller optischen Illusionen auf: der Müller-Lyer-Täuschung, die der deutsche Psychiater Franz Müller-Lyer 1889 entwickelte. Hier wirkt die untere Linie kürzer als die obere – und doch weisen beide die gleiche Länge auf
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