Ein Schwarm von Clownfischen schwimmt vorbei, einige Seeanemonen sind zu sehen. Langsam tauchen die sechs immer tiefer. Der Führer der Gruppe deutet mit dem Finger auf einen Meeraal. Die anderen kommen näher, um sich das Tier anzusehen und zu fotografieren. Jetzt entdecken sie eine Meeresschildkröte, eine Muräne erscheint, dann ein Mantarochen. Die Sicht ist exzellent, der Tauchgang verspricht fantastisch zu werden.
30 Meter Tiefe. Der Tauchleiter versichert sich bei seinen Schützlingen, dass alles gut läuft. Jeder bildet ein O mit Daumen und Zeigefinger und streckt die anderen drei Finger ab: "Alles okay." Bis 40 Meter wollen sie hinab. Da bemerkt der Tauchleiter, dass Pierre unaufgefordert das Okay-Zeichen gibt – zwei-, dreimal hintereinander. Seine Bewegungen erscheinen ungelenk. Leidet Pierre am Tiefenrausch? Er muss schnell zurück an die Oberfläche, darf dabei aber auf keinen Fall die nötigen Dekompressionsstopps überspringen


Jérôme Palazzolo ist Mediziner, Psychiater sowie Anthropologe und lehrt an der französischsprachigen Université Sehngor in Alexandria (Ägypten). Er besitzt die Tauchlehrerlizenz der internationalen Tauchsportverbände PADI (Professional Association of Diving Instructors) und CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques).

abrufen





Graue Substanz |
MENSCHEN-BILDER |
WIRKLICHKEIT |
NeuroKognition |
bildungslücke |
braincast |
Gedankenwerkstatt |
Quantensprung |
Anatomisches Allerlei |
Analogia |
Medicine & More |
Babylonische Türme | 






1. Gefahr wird unterschätzt
17.11.2010, Gabi Warnke, Heidelbergeure Informationen über den Tiefenrausch sind wirklich interessant. Ich war heute morgen im Bus so in den Artikel versunken, dass ich sogar meine Haltestelle verpasst habe. Momentan wird Tauchen als lustiger und gefahrloser Feriensport gepriesen, die meisten Menschen wissen gar nichts von den möglichen Gefahren. Als Modesport scheint es außerdem ein Statussymbol zu sein, so tief und lang wie möglich getaucht zu sein.
Daher fand ich es sehr wichtig, etwas über die neuronalen Hintergründe der Stickstoffnarkose zu erfahren. Wenn man sich klar macht, dass Fehler beim Auftauchen sogar Herzinfarkt oder Schlaganfall nach sich ziehen können, wird man sich besser überlegen, ob man den Ausflug in die Tiefe wirklich braucht.
Vielen Dank!
2. Braucht man den Ausflug in die Tiefe?
15.01.2012, Bernd G. Baadeeine Reduzierung auf die Frage, ob man durch Tauchen Herzinfarkt oder Schlaganfall riskieren möchte, passt für mich nicht.
Der "Ausflug in die Tiefe" ist in der Regel mit fantastischen Eindrücken verbunden. Hat man das jemals erlebt, kommt man nur schwerlich wieder von diesem Hobby los. Normalerweise hat der Hobbytaucher aber eine ordentliche Ausbildung genossen und kennt die gesundheitlichen Risiken bei Fehlverhalten. So lange die erlernten Regeln eingehalten werden, ist das Tauchen, je nach betrachteter Statistik, weniger riskant als Autofahren oder Skilaufen.
Also: Ich überlege nicht, ob ich den Tauchgang in die Tiefe wirklich brauche (ich brauche ihn definitiv!), sondern ich verhalte mich einfach vernünftig. Deshalb habe ich weder Angst vor einem Herzinfarkt, noch vor einem Schlaganfall. Jedenfalls nicht beim Tauchen ...