Psychologen wagen sich an die großen Fragen von Leben und Tod. Ihre Experimente zeigen: Wer an das eigene Ende erinnert wird, entwickelt unbewusst Strategien gegen die Furcht vor dem Sterben.
Christoph Uhlhaas promoviert an der Universität Köln in Philosophie.
So einfach kann Existenzpsychologie sein: Versteckt im Dickicht einer Testbatterie lauert die Frage: »Was, glauben Sie, passiert mit Ihnen, wenn Sie physisch tot sind? Bitte beschreiben Sie genau die Emotionen, die der Gedanke an den Tod bei Ihnen auslöst.« Wer darüber sinniert, hat die »Induktion von Todesgewissheit« schon hinter sich. So bezeichnen die Versuchsleiter Jeff Greenberg und Tom Pyszczynski von der University of Arizona in Tucson ihre verbale Spritze schwach dosierter Todesangst, deren Wirkung sie bei Versuchspersonen beobachten wollen. Die beiden Psychologen und ihre Kollegen erforschen existenzielle Sorgen. Sie betreten mit ihren Experimenten ein Terrain, das bislang meist der philosophischen Spekulation und den Religionen überlassen blieb
22.10.2007, Dr. A. Meißner, Facharzt für Psychiatrie und PT, München
Schön, dass Sie dieses auch für die Psychotherapie so immens wichtige Thema aufgreifen. Etwas unklar bleibt, ob zwischen den verwendeten Begriffen "Todesgewissheit", "subtiler Todesangst" und "Einfluss existentieller Sorgen" Unterschiede bestehen.
Auszugehen ist davon, dass mit Bewusstheit der Endlichkeit es tatsächlich gelingen kann, das Leben ebenso "bewusster" und damit erfüllter zu leben, wahrscheinlich dann auch ohne Charismatikern "auf den Leim zu gehen", dass aber vor allem die nicht bewusste, sondern oft vorbewusst latent geahnte Todesangst - nur kurz durch Nachrichten oder ein Experiment ins Bewusstsein gerufen - zur Sehnsucht nach einfachen Strukturen oder einfachen Lösungen verführt.
Noch ein Literaturhinweis, den ich vermisst habe: Irvin Yalom, Existentielle Psychotherapie, 2005, 4. Auflage.
Im Lesershop finden Sie alle Hefte und Sonderhefte des Verlags, Sammelordner, Jahres-CD-Roms sowie weitere ausgewählte Produkte rund um Spektrum der Wissenschaft.
Profiling: Wie Kriminalpsychologen arbeiten • Lügen erkennen: Was der Körper wirklich verrät • Psychopathen: Warum sie weder Furcht noch Mitgefühl kennen • Strafrecht: Freispruch mangels... » weiter
Der Science-Shop hält für Sie eine große Auswahl an naturwissenschaftlichen Fachbüchern bereit. Außerdem finden Sie im Science-Shop spannende populärwissenschaftliche Literatur und DVDs, sowie unterhaltsame Spiele und überraschende Spielereien und Geschenkideen.
Nutzen Sie die Chance, und testen Sie jetzt DIE ZEIT! Sie erhalten 5 x DIE ZEIT für nur € 12,00 portofrei ins Haus geliefert. Sie sparen 40 % und erhalten ein Geschenk gratis dazu » weiter
1. Bewusstheit der Endlichkeit
22.10.2007, Dr. A. Meißner, Facharzt für Psychiatrie und PT, MünchenAuszugehen ist davon, dass mit Bewusstheit der Endlichkeit es tatsächlich gelingen kann, das Leben ebenso "bewusster" und damit erfüllter zu leben, wahrscheinlich dann auch ohne Charismatikern "auf den Leim zu gehen", dass aber vor allem die nicht bewusste, sondern oft vorbewusst latent geahnte Todesangst - nur kurz durch Nachrichten oder ein Experiment ins Bewusstsein gerufen - zur Sehnsucht nach einfachen Strukturen oder einfachen Lösungen verführt.
Noch ein Literaturhinweis, den ich vermisst habe: Irvin Yalom, Existentielle Psychotherapie, 2005, 4. Auflage.