Elkins begab sich in Therapie. Mit der Zeit weitete sich sein bis dahin enges religiöses Weltbild, und er entdeckte neue Formen von Spiritualität abseits des christlichen Glaubens. Inzwischen selbst Psychologe und Therapeut geworden, schrieb er 1998 ein Buch: "Beyond Religion", zu Deutsch: "Jenseits der Religion". Darin legt er anhand seiner persönlichen Erfahrungen dar, wie ein spirituelles Leben abseits traditioneller Glaubensvorstellungen gelingen kann.
Von zentraler Bedeutung war für Elkins die Neubewertung von Sexualität. Er verstand sie nicht länger als anrüchig und sündhaft, sondern als Offenbarung des Göttlichen. Sich selbst sah er nicht mehr isoliert und einer unbarmherzigen Natur ausgeliefert, sondern mit allen und allem verbunden.
Elkins Glaubensweg ist kein Einzelfall. Eine wachsende Zahl von Menschen empfindet die Lehren der etablierten Religionen als beengend und ausgrenzend


Anton A. Bucher ist Professor für Religionspädagogik an der Universität Salzburg.


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1. Großes Lob!
05.02.2011, Dr. Michael BlumeIn den kommenden Tagen möchte ich das gelungene Heft und den Artikel auf jeden Fall in den Chronologs vorstellen. Das Jahr ist noch so jung - hat aber im Forschungsbereich zu Spiritualität schon sein erstes Highlight!
2. Spiritualität = Religiosität?
18.02.2011, Michael StrickerReligiöse Menschen müssen nicht automatisch spirituell sein. Spirituelle Menschen sind nicht automatisch religiös.
Es gibt sicherlich viele Definitionen von Spiritualität, eine markante Eigenschaft ist jedoch die allgemeine Sinn- und Bedeutungssuche für das eigene Leben auf einer tranzendenten oder höheren Ebene (wie man die höhere Ebene auch immer definieren mag). Ein spiritueller Mensch ist immer auf der Suche nach Antworten und Fragen. Ein religiöser Mensch hingegen braucht diese Suche nicht mehr, da Religionen hier bereits erstellte Antworten haben.
Religion ist zudem eigentlich eine Ableitung der Spiritualität, somit eigentlich der Religion als Ursprung übergeordnet. Fast alle Religionen basieren auf eine individuelle spirituelle Erfahrung einer oder mehrerer Personen. Sobald diese Erfahrung und der Weg zu dieser Erfahrung in ein moralisches Regel- und Verhaltenswerk gepresst werden, um an dieser spirituellen Erfahrung anzuknüpfen, hat man dann eine Religion erschaffen. Man kann also auch sagen, Religion ist meistens eine dogmatisierte und standardisierte Form einer spirituellen Erfahrung, und somit gilt auch die Ableitung.
Spiritualität ist immer eine individuelle Angelegenheit, Religion immer eine kollektive. Religion bietet somit für nichtsuchende Menschen einen großen Vorteil an, da sie angeblich auf viele spirituelle Fragen eine Antwort haben. Jedoch bietet Religion keine Möglichkeit, auf individuelle Bedürfnisse oder abweichende Moralvorstellungen einzugehen.
Es gibt noch viele weitere Unterschiede zwischen Religion und Spiritualität. Falls Sie mir nicht glauben wollen, lauschen Sie mal dem Vortrag von Thomas Metzinger, welcher er auf dem Kongress Meditation und Wissenschaft im November 2010 gehalten hat: Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit Wahrhaftigkeit, wissenschaftliche Rationalität und das philosophische Projekt der Selbsterkenntnis
Prof. Dr. Thomas Metzinger
Philosophisches Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
http://www.meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2010.html