In einem 2001 in unserem Labor an der Universität Lübeck durchgeführten Experiment untersuchten wir, wie Schlafen die Erinnerung an gefühlsbetonte Szenen und an neutrale Inhalte beeinflusst. Die Probanden lasen verschiedene Geschichten, darunter sachliche Texte – etwa die Beschreibung technischer Verfahren beim Bronzeguss – und solche mit emotional stark aufwühlendem Inhalt, zum Beispiel die genaue Schilderung eines Kindesmords. Ein Teil der Versuchspersonen durfte sich nach der Lektüre drei Stunden aufs Ohr legen, während andere wach bleiben mussten
Schlafforschung
Nachtschicht fürs Gedächtnis
Dient der Schlaf dazu, bedrückende Erlebnisse des Tages zu vergessen? Im Gegenteil, erklären die Psychologen Ullrich Wagner und Susanne Diekelmann: Nach dem Träumen können wir uns sogar besser an beängstigende Details des Erlebten erinnern.
In einem 2001 in unserem Labor an der Universität Lübeck durchgeführten Experiment untersuchten wir, wie Schlafen die Erinnerung an gefühlsbetonte Szenen und an neutrale Inhalte beeinflusst. Die Probanden lasen verschiedene Geschichten, darunter sachliche Texte – etwa die Beschreibung technischer Verfahren beim Bronzeguss – und solche mit emotional stark aufwühlendem Inhalt, zum Beispiel die genaue Schilderung eines Kindesmords. Ein Teil der Versuchspersonen durfte sich nach der Lektüre drei Stunden aufs Ohr legen, während andere wach bleiben mussten


Ullrich Wagner ist promovierter Psychologe und Forschungsstipendiat am Laboratory of Behavioral Neurology and Imaging of Cognition der Universität Genf.

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