Die neurowissenschaftliche Forschung hat inzwischen jedoch gezeigt, dass Gehirn und Psyche zwei Seiten derselben Medaille darstellen. Physiologische Anpassungen wie eine vermehrte Durchblutung und erhöhte Stoffwechselaktivität in bestimmten Regionen des Denkorgans sind eng an Veränderungen im Erleben und Verhalten geknüpft.
Der amerikanische Neurobiologe und Nobelpreisträger Eric Kandel hielt es bereits in den 1990er Jahren für einen Irrglauben anzunehmen, biologische Faktoren würden allein das Gehirn und psychosoziale Faktoren nur den Geist beeinflussen


Herta Flor ist Wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Neuropsychologie und Klinische Psychologie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sowie Professorin an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Sie forscht über Lern- und Gedächtnisprozesse sowie neuronale Plastizität bei psychischen Störungen.

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