Hermann-Gitter
Bildzoom Hermann-Gitter
Dunkle Quadrate, an deren Ecken graue Flecken aufschimmern: Das Hermann-Gitter zählt zu den bekanntesten Wahrnehmungstäuschungen. Bereits 1844 beschrieb sie der schottische Physiker Sir Dawid Brewster (1781-1868). 1870 wurde der deutsche Physiologe Ludimar Hermann (1838-1914) auf die Illusion aufmerksam – eher zufällig beim Betrachten einer Abbildung in einem Physikbuch. Deshalb erwähnte er sie auch nur in einem beiläufigen Kommentar, und die Täuschung verschwand wieder in der Versenkung. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckten Wahrnehmungspsychologen sie neu und begannen, verschiedene Variationen zu produzieren, die alle einen ähnlichen Effekt aufweisen. Bei der Originaltäuschung bildet der weiße Hintergrund zwischen den regelmäßig angeordneten schwarzen Quadraten helle "Straßen". ­An deren Kreuzungen erscheinen verwaschene dunkle Flecken – kurioserweise aber immer nur dort, wo man gerade nicht genau hinblickt, also in der Sehperipherie. Wie entstehen diese "flüchtigen Schatten"?
Schon 1960 schlug der Neurophysiologe Günter Baumgartner eine höchst plausibel klingende Erklärung des Phänomens vor …