Immer mehr Menschen kennen inzwischen die Erfahrung: 30 bis 60 Minuten reglos in einer engen Röhre zu liegen und dabei lautem rhythmischen Pochen oder Rattern ausgesetzt zu sein. Die Magnetresonanztomographie (MRT) oder auch Kernspintomographie, wie die Untersuchungsmethode heißt, hat sich zu einem der wichtigsten Verfahren entwickelt, Bilder aus dem Körperinneren zu gewinnen, und erreicht dabei normalerweise eine räumliche Auflösung von etwa einem halben Millimeter. Das Ausharren in der Röhre ist sicher nicht angenehm – besonders für Klaustrophobiker –, aber es gibt weitaus schlimmere und belastendere medizinische Untersuchungen, die weniger aufschlussreiche Ergebnisse liefern. Außerdem arbeiten Medizintechniker daran, den Lärmpegel zu senken und "offene" Geräte zu entwickeln, bei denen der Patient freien Blick auf seine Umgebung hat.

Die MRT erzielt besonders in weichen Geweben wie dem Gehirn hohe Kontraste und kommt ohne gesundheitsschädliche ionisierende Strahlung aus – beides Vorteile gegenüber den länger bekannten Röntgen- oder nuklearmedizinischen Methoden. Der Patient wird lediglich statischen und niederfrequenten Magnetfeldern sowie hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Dabei kann sich zwar das Gewebe erwärmen; der Effekt ist jedoch harmlos, wenn bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden.

Heute lässt sich die Zeit für eine Einzelaufnahme auf weniger als eine Sekunde drücken, sodass zum Beispiel das Schlagen des Herzens oder Gelenkbewegungen für die orthopädische Diagnostik darstellbar sind. Generell wandelt sich das Verfahren zunehmend von der ursprünglich rein anatomischen zur physiologischen Bildgebung. So steht etwa die Messung der lokalen Gewebetemperatur, Blutflussgeschwindigkeit, Gewebeelastizität oder Sauerstoffkonzentration an der Schwelle zur klinischen Praxis.

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