Nobelpreis für Medizin
Schonender Blick in den Körper
Berührungslos und ohne Strahlenbelastung ein Bild vom Inneren des Patienten zu gewinnen: Dieser alte Traum der Mediziner ging mit der Magnetresonanztomographie in Erfüllung. Zwei ihrer Pioniere erhielten nun mit großer Verspätung den Medizin-Nobelpreis.
Ulrich Katscher
Die MRT erzielt besonders in weichen Geweben wie dem Gehirn hohe Kontraste und kommt ohne gesundheitsschädliche ionisierende Strahlung aus – beides Vorteile gegenüber den länger bekannten Röntgen- oder nuklearmedizinischen Methoden. Der Patient wird lediglich statischen und niederfrequenten Magnetfeldern sowie hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Dabei kann sich zwar das Gewebe erwärmen; der Effekt ist jedoch harmlos, wenn bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden.
Heute lässt sich die Zeit für eine Einzelaufnahme auf weniger als eine Sekunde drücken, sodass zum Beispiel das Schlagen des Herzens oder Gelenkbewegungen für die orthopädische Diagnostik darstellbar sind. Generell wandelt sich das Verfahren zunehmend von der ursprünglich rein anatomischen zur physiologischen Bildgebung. So steht etwa die Messung der lokalen Gewebetemperatur, Blutflussgeschwindigkeit, Gewebeelastizität oder Sauerstoffkonzentration an der Schwelle zur klinischen Praxis.
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