Drei bis fünf Volt, die Spannung einer Taschenlampenbatterie, bei einer Wechselstromfrequenz von 130 Hertz – das soll genügen, um lähmende Angst oder das Gefühl innerer Leere zu bannen: 1,2 Millimeter dicke, fest implantierte Elektroden erregen gezielt bestimmte Hirnareale, deren überhöhte Aktivität neurologische oder psychische Störungen verursacht. Durch die elektrische Reizung stellen die Nervenzellen in unmittelbarer Umgebung ihre Arbeit ein – das betroffene Gebiet ist quasi stillgelegt.
Die Tiefenhirnstimulation hat sich bereits seit den 1990er Jahren bei der Parkinsonkrankheit als wirksame Behandlungsmethode etabliert (siehe G&G 9/2005, S. 20). Doch inzwischen gehen die Mediziner weiter. So beschrieb 2005 die Psychiaterin Helen Mayberg von der kanadischen University of Toronto den erfolgreichen Einsatz der Methode bei schwer depressiven Patienten (siehe G&G 7-8/2007, S. 44).
Zu den Pionieren der Tiefenhirnstimulation zählt der Kölner Neurochirurg Volker Sturm …