Lügendetektion
Die Wahrheit über die Lüge
Bislang galten Schwitzen, Pulsabfall und stockender Atem als körperliche Hinweise auf eine Lüge. Nun stellen Forscher diesen Indizien ein weiteres zur Seite: Wenn wir etwas verheimlichen, rumort es heftig im Stirnhirn.
Diese Szene wiederholt sich 60-mal – mit immer neuen Akteuren. Zu befürchten haben sie nichts: Sie nehmen an einem Experiment zur Lügendetektion teil und wurden eigens für diesen Zweck zu einem "mock crime" angestiftet, einem Scheinverbrechen. 50 Dollar haben Andrew Kozel und seine Kollegen von der University of Texas in Dallas jedem versprochen, dem es gelingt, die Tat vor ihnen zu verbergen.
Als Lügendetektor verwenden die Forscher einen Kernspintomografen, der mit Hilfe eines starken Magnetfelds misst, welche Hirnregionen im Kopf einer Versuchsperson wie stark durchblutet werden. Währenddessen erscheinen vor den Probanden auf einem Computerbildschirm immer wieder Fragen nach der möglichen Tat – zum Beispiel: Haben Sie eine Uhr gestohlen? Haben Sie einen Ring gestohlen? Weil die Hälfte der Probanden eine Uhr, die andere Hälfte aber einen Ring entwendet hat, kann jeder eine Frage wahrheitsgemäß verneinen, muss aber bei der anderen lügen, um die Tat zu verheimlichen. Kozel und Kollegen identifizierten auf diese Weise jeweils ein typisches Hirnaktivitätsmuster für wahre und für falsche Aussagen


Matthias Gamer ist Psychologe und arbeitet
seit 2008 am Institut für Systemische
Neurowissenschaften des Universitätsklinikums
Hamburg-Eppendorf.
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1. Es muss nicht immer gleich ein CT sein
30.06.2008, Klaus Deistung, Wismar„Normal“ werden einfach Gehirnströme aufgezeichnet und als EEG bezeichnet. Nun ist es eine Frage der Auswertung. Im Jahr 2003 berichtete „The Gazette“ [DW] über ein Verfahren, das mit Elektroden am Kopf arbeitet und über einen Mehrkanalverstärker und Frequenzfilter die Amplituden der Gehirnströme am Computer darstellt.
Das Time Magazine schrieb zu Dr. Farwell (Lawrence A. Farwell, PhD Chairman and Chief Scientist): the Innovators who may be "the Picassos or the Einsteins of the 21st Century."
Dieses Verfahren mit der zentralen Komponente P300-System soll so sicher sein, dass man davon überzeugt ist, es in Zukunft auch ohne Elektroden am Kopf für die entscheidende Aussage JA-NEIN weiterentwickeln zu können. Das Gesamtverfahren soll u. a. zur Verbrechensaufklärung und Terroristenerkennung eingesetzt werden.
[DK] Deistung, K.: Weitergeführte Traditionen. Leserbrief vom 27.06.2008
http://www.spektrum.de/artikel/957946&_z=798888
[DW] Dave DeWitte: Brain 'fingerprints' could revolutionize justice system. Gazette vom 07.06.2003
http://brainfingerprinting.com/Gazette.php