Bei einigen optischen Täuschungen erkennen wir geometrische
Figuren, wo in Wirklichkeit keine sind. Der Grund: Das Gehirn versucht Konturen aus dem Kontext zu erschließen – und liegt dabei manchmal daneben!
Vilayanur S. Ramachandran und Diane Rogers-Ramachandran forschen am Center for Brain and Cognition an der University of California in San Diego.
Eine der bekanntesten visuellen Illusionen ist das Scheinrechteck. Die Täuschung zeigt, wie unser Sehsystem versucht, aus mehrdeutigen Elementen ein stimmiges Bild zu fabrizieren: indem es auf der Grundlage von Erfahrungswissen über die Umwelt die wahrscheinlichste Annahme macht. Manchmal kommt es dabei jedoch zu Fehlschlüssen – und damit zu optischen Illusionen.
Im Fall des Scheinrechtecks hält unser Gehirn es offenbar für unplausibel, dass jemand diese vier Dreiviertelkreise, die an den Pacman aus der Computerspielsteinzeit erinnern, rein zufällig so angeordnet hat. Stattdessen sucht es eine andere Erklärung und interpretiert sie als vier schwarze Scheiben, die unter einem weißen, undurchsichtigen Rechteck liegen und von diesem teilweise verdeckt werden. Mehr noch: Das visuelle System ergänzt sogar die Kanten des Phantomrechtecks; wir halluzinieren sie sozusagen
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