20 bis 30 Neugeborene werden jedes Jahr in Deutschland getötet - meist von ihren Müttern. Um zu erklären, wie so etwas möglich ist, analysieren Forscher die psychische Situation der Täterinnen.
Stephan Harbort ist Kriminalhauptkommissar am Polizeipräsidium Düsseldorf.
Die Tötung der eigenen Nachkommen durch die Mutter, den Vater oder beide ist kein Phänomen der Neuzeit, sie scheint so alt zu sein wie die Menschheit selbst. In manchen Kulturen (zum Beispiel bei bestimmten Eskimo-Stämmen oder Nomadenvölkern) galt die Kindestötung sogar weder ethisch noch juristisch als verwerflich. Über die Familiengröße bestimmte über Jahrhunderte hinweg in vielen Kulturen der Familienvater. Er entschied, ob er das Kind annahm, es tötete oder töten ließ. Der Staat sanktionierte diese Form der Gewalt nicht, die Täter hatten keine Bestrafung zu befürchten
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