Motivationspsychologen wissen es schon lange: Was wir zu wollen glauben, ist nicht immer das, was uns tatsächlich antreibt. In unserer aktuellen Ausgabe stellen wir die Methoden und Ansätze vor, mit denen Forscher die wahren Motive von Menschen zu ergründen versuchen. Außerdem gehen wir der Frage nach, wie man sich selbst effektiv motivieren kann.
Weitere Beiträge im Heft: Armut und Gehirn - Warum sozial Schwache benachteiligt sind Empathie - Was Blicke über unser Gegenüber verraten Einsamkeit - Wie Alleinsein krank machen kann
Wie sich das Gehirn und die geistigen Anlagen eines Kindes entwickeln, hängt auch von Wohlstand und Bildungsniveau der Eltern ab. Unter einem niedrigen sozioökonomischen Status leiden vor allem Sprache, Arbeitsgedächtnis und Handlungsplanung
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der jüngeren Motivationsforschung lautet: Was Menschen zu wollen glauben, deckt sich oft nicht mit dem, was sie in Experimenten als ihre "wahren Wünsche" offenbaren. Um diese ans Tageslicht zu bringen, entwickeln Forscher immer neue Strategien
Bei etwa jedem dritten Epileptiker versagen die heute verfügbaren Medikamente. Stefan Remy und Christian Elger von der Uniklinik Bonn fahnden nach den Ursachen dieser Therapieresistenz. Dazu untersuchen sie, wie lebendes menschliches Hirngewebe auf Arzneien reagiert
Viele Patienten interpretieren Überlebens- und Sterberaten falsch. Und selbst Ärzte lassen sich von Angaben über relative Risiken zu Fehlschlüssen verleiten. Der Psychologe Gerd Gigerenzer und sein Team erklären, wie man statistische Daten in der Medizin korrekt deutet
Weinen reinigt die Seele - davon sind die meisten Menschen überzeugt. Doch in kontrollierten Experimenten ließ sich dieser Effekt bislang nicht nachweisen. Forscher glauben: Weinen bringt zwar nicht automatisch Entlastung, wirkt aber als mächtiges zwischenmenschliches Kommunikationsmittel
"Einsamkeit ist genauso gesundheitsschädlich wie Rauchen", meint der amerikanische Psychologe John T. Cacioppo von der Chicago University. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen tatsächlich: Das Gefühl, sozial isoliert zu sein, hat massive Folgen für Körper und Seele
Tag für Tag orientieren wir uns sicher im Raum. Was selbstverständlich klingt, stellt für unser Gehirn eine große Herausforderung dar. Wie meistert es diese? Die Hirnforscher Tobias Meilinger und Christian Doeller suchen nach dem inneren Kompass, der uns den Weg weist
Wie schaffen wir es, uns in die Gefühlswelt anderer hineinzudenken? Diese Frage beschäftigt die soziale Neurowissenschaft. Der Kölner Psychiater Kai Vogeley erklärt, wie wir aus den Blicken unserer Mitmenschen auf deren Innenleben schließen
Der rätselhafte Fall einer Zehnjährigen zeigt, dass man auch mit einer Hemisphäre ein normales Leben führen kann - sofern der Defekt früh genug in der Entwicklung auftritt