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Kommentare - - Seite 79

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • "Marketing" ist Krieg

    10.02.2015, Robert Orso
    "Kalorienreiches und schmackhaftes Essen ist in vielen Ländern heutzutage nicht nur leicht verfügbar, man wird auch noch ständig auf diese Tatsache hingewiesen."

    Das gilt allerdings nicht nur für Nahrungsmittel, sondern in gleichem Maß für Konsumgüter, Informationen, Unterhaltung, ... Von Allem ist im Überfluss vorhanden, und Legionen von "Marketing Experten" wenden jede List an um uns zu unüberlegtem, impulsiven und überflüssigem Konsum anzuregen. Die Konkurrenz schläft nicht und das Ziel der Begierde – der Kunde – muss möglich rasch und effizient "erlegt" werden, ehe er den Verlockungen eines Anderen erliegt. In Kursen und Universitäts Studien werden die Techniken vermittelt, wie man mündige Menschen möglichst in willenlose Konsum-Zombies verwandeln kann.

    So werden unsere Gehirne mit Plakaten, Video Wänden, Online Bannern, "Pressemitteilungen", Product Placement, Prommi-Empfehlungen, viralem Marketing und einer weiteren Unzahl geschickter psychologischer Foltermethoden gequält. Es wird ungeniert gelogen, betrogen, schön gefärbt und ausgelassen. Wer hat je eine Pizza oder einen Burger bekommen, die auch nur annähernd so ausgesehen haben wie der "Serviervorschlag" auf dem Werbebild? Wer hat nach kurzem Gebrauch nicht schon feststellen müssen dass "Leder Optik" oder "Metal Look" genau so Blendwerk sind die eine höhere Qualität versprechen als sie halten, wie gefärbte Lebensmittel oder "Gesunde" Produktbilder auf rein chemischen Abfallprodukten – von Nahrungsmitteln will ich da gar nicht sprechen. Aber das ist ja "nur Werbung" und aus irgend einem Grund scheinen hier keine Regeln mehr zu gelten. Alles ist erlaubt, solange der Konsument nicht daran stirbt.

    Alles im Namen der "Wirtschaft", der es "gut gehen" muss und die immer "wachsen" muss. Jeder Versuch hier irgend etwas regulieren zu wollen wird von der Wirtschafts Lobby umgehend boykottiert. Jeder Regelversuch wird ins unkenntliche verkompliziert, Ausnahmen erwirkt und garantiert so abgeschwächt, dass er mit Sicherheit wirkungslos wird. Wenn gar nichts anderes hilft dann kommt immer die "Arbeitsplätze" Keule. Spätestens an der Stelle knicken alle Verantwortlichen ein.

    Marketing ist psychologische Kriegsführung und sollte nicht als "hippe Beschäftigung für kreative Typen" sondern korrekt als "Ausbildung zum Konsum-Terroristen" verstanden werden.
  • Scheinbar immer noch nichts gelernt

    08.02.2015, Buck Hanna Elke
    Ihr Rezensent hat scharfsinnig erkannt, worum es dem Verfasser wirklich geht. Neuropsychologische Aspekte und evidenzbasierte Errungenschaften dieser seit den 90ern florierenden Wissenschaft lassen sich sehr wohl in Umwelten integrieren, wie sie zum Beispiel ein Elternhaus oder ein Klassenzimmer anbieten. Falls es noch nicht klar sein sollte, so steuert unser Gehirn unser Verhalten, tout court. Und ADHS reduktionistisch auf die Gabe von Medikamenten herunterzufahren, das ist wirklich von vorgestern. Eine solche Lektüre ist getragen von Weltanschauung, und wie sagte mein geschätzer Dekan Prof.Nils Birbaumer weiland in den 80ern in Tübingen, die sollte man tunlichst dem Vatikan überlassen.
    Mit geschätzen Grüßen, Dipl.Psych.Hanna E. Buck, PP und KJP, Dipl.Psych.Günter Buck
  • Medizin und Psychologie...

    08.02.2015, snailfreund
    ...sind zwei verschiedene Sichtweisen auf das selbe Ding: Das menschliche Gehirn oder die menschliche Psyche. Sie sind beide nützlich und schließen sich nicht aus, im Gegenteil! Je nachdem, welche Perspektive wir einnehmen, können wir bestimmte Dinge besser sehen und andere vielleicht überhaupt nicht. Daraus folgt auch, welche Therapie angezeigt ist:

    Eine krankhafte Veränderung der Psyche, die durch eine Stoffwechselfehlfunktion oder einen Tumor verursacht wird, kann man nicht durch Gespräche therapieren.
    Andere Menschen stecken durch ungünstige Überzeugungen und innere Zwänge in einer Sackgasse, die sie krank macht. Medikamente lösen ihr Problem nicht, aber ein Psychologe kann helfen. Oft hilft schon ein wenig Mitgefühl, die Gewissheit, dass man nicht allein dasteht mit seinen Problemen.

    Über Depressionen wissen wir, dass sie erstens komplex sind, wie im Artikel dargelegt. Wir wissen zweitens auch, dass von ihr verursachte Veränderungen durch beiden Sichtweisen wahrgenommen werden können. Und drittens können sowohl Tabletten als auch Gespräche den Betroffenen helfen. Mit Betonung auf "können". Wir sollten beide Ansätze weiter erforschen, um ein möglichst vollständiges Bild des Phänomens Depression zu bekommen.

    Und, die erste Posterin hat es schon gesagt: Es ist zu kurz gedacht, Depression nur als Problem des Betroffenen zu begreifen. Depression wird zumindest begünstigt durch krank machende Lebensumstände: beruflicher und sozialer Stress, Machtlosigkeit, abwertende Erziehung, Leistungskultur, Entwurzelung, Einsamkeit.

    Und jetzt das Verrückte: Als selbst Betroffener glaube ich im Innersten trotzdem, dass ich allein die Schuld an meiner Depression trage und im Prinzip normal funktionieren könnte, wenn ich mich nur zusammenrisse. Dass ich es nicht tue, liegt demnach an Faulheit und Charakterschwäche.
  • Schul-Erfahrungen

    08.02.2015, Grimm Hans
    Mir ist klar, dass entsprechend der Rezension, der Autor wohl meint, menschliche (incl. erzieherische) Schwierigkeiten oder auch Störungen menschlich zu behandeln, d.h. durch Gespräch, Begegnung, Training, Human-Therapien usw. Dabei hat Psychoanalyse (falls diese gemeint war – bin mir nicht sicher, da oft auch Fachleuten und Rezensenten hier Verwechslungen mit psychologischen Psychotherapien unterlaufen) nur noch einen kleinen Raum im Vergleich zu vielen anderen Human-Angeboten behalten.. Ich hab es schmerzlich empfunden, wenn in Schulen immer mehr die Chemo-Therapie Einzug hielt mit drängenden Werbeauftritten vieler so genannter sozialpsychiatrischer Zentren (SPZ u.ä.), was ich als (Eigen-)Verrat der Pädagogik, Kinderpsychologie, Schulberatungen usw. empfand. Aber die "Lehrkörper" haben zu viel Respekt vor den "Wissenschaften im weißen Kittel", die bei jetziger endloser "Überproduktion" von Einser-Abis und somit von ÄrztenInnen noch mehr Bereiche okkupieren dürften. Lehrer sahen sich u.a. auch pädagogisch öfters hilflos. Also fassten sie nach schnelleren Strohhalmen und tun es weiter mit neuerlichen Elektronik-Aufrüstungen (Wettrüsten) im Unterricht, was m.E. eine neue "inhumane", d.h. einseitige und übertechnizierte Didaktik mit sich bringt...
  • Weitere Quellen im Internet?

    08.02.2015, A. Pix
    Ich habe mir das aktuelle Heft gekauft und erwartet, hier - wie auf Seite 65 versprochen - weitere Quellen zum Artikel zu finden. Stattdessen können auf diesen Bereich offenbar nur Abonnenten zugreifen, oder?
    Stellungnahme der Redaktion

    Lieber Herr Pix,

    auch wenn Sie kein Abonnent sind, finden Sie alle Quellen unter jedem Heftartikel, indem Sie ein Stück nach unten scrollen und in dem Feld "Artikel zum Thema" oben auf "Quellen" klicken.

    Herzliche Grüße
    Daniela Zeibig

  • zuviel und zu wenig

    07.02.2015, bauerhans
    wer zuviel isst und sich zu wenig bewegt,wird dick.
  • Nichts Neues

    07.02.2015, Kronberg
    In diesem Artikel wird, mit ermüdenden Wiederholungen garniert, bekanntes Wissen neu aufgekocht.
  • Was sagt uns das?

    07.02.2015, Lapsuslazuli
    Es wurde schon des öfteren davon berichtet, das mehrheitlich Menschen aus ärmeren Verhältnissen übrgewichtig sein sollen.
    Desweiteren wird immer wieder behauptet, diese Menschen wären einfach zu ungebildet um sich richtig zu ernähren.
    Aber:
    "Bei den kalorienreichen Essensbildern verstärkte die Jetzt-Perspektive das Verlangen, die Aussicht auf später reduzierte es. Bei den kalorienarmen war es umgekehrt. Wer Essensbilder gezielt aus der Langzeitperspektive betrachtet, entscheidet sich letztlich also doch eher für gesündere Lebensmittel. "

    Aus welcher Perspektive betrachtet man, wenn man schlechte Zukunftsaussichten hat?
    Ohne Zukunft tröste ich mich jetzt und nehme spätere Nachteile in kauf, weil ich die vielleicht eh nicht mehr erlebe.
  • wieder jemand der depressionen nicht von unzufriedenheit unterscheiden kann...

    07.02.2015, selectiveSNRI
    das problem ist, dass eine echte depression eine endogene hirnstoffwechselstörung ist. wem ein psychologe hilft hat keine depression sondern ist ungücklich oder verzweifelt aufgrund seiner lebensumstände. bei einer echten depression kann auch das tollste leben was andere sich wünschen würden nichts bewirken.
  • Da hatte ich zum Glück Eltern,

    06.02.2015, Mickeymaus
    die nichts vom Schnellimbiss etc. hielten und dann anstatt dessen zu Hause gekocht und gegessen wurde. Das habe ich übernehmen können und kann locker an Bratwurstständen, Mac Doof usw. vorbei gehen.
  • Das Wasser im Mund zusammengelaufen

    06.02.2015, Kai
    Ich gebe offen zu: Beim Lesen des Artikels ist mir permanent das Wasser im Munde zusammengelaufen. Die Fotos haben ihre Wirkung also nicht verfehlt. Ich denke schon, dass die Dauerberieselung mit Werbung einer der Gründe ist, weswegen schwache Menschen den Verlockungen nicht widerstehen können. Immerhin wird inzwischen ja die Werbung für gefährliche Suchtmittel etwas reduziert. M.E. gibt es aber immer noch zu viel Alkoholwerbung im Fernsehen.
  • Macht der Marken

    06.02.2015, Peer Hosenthien
    Erst einmal: Eure Zeitung Gehirn und Geist ist deutlich besser geworden. Statt pathologischen Themenstellungen habt Ihr die Alltagspsychologie in den Mittelpunkt gestellt. Die Frage wie unsere Mitmenschen „ticken“ interessiert doch jeden.
    Zum Beispiel, das Europathema von Oliver Lauenstein und Gerhard Reese. Die politischen Parolen der Pegidademonstranten kennt inzwischen jeder. Zeichnet die Demonstranten eine bestimmte psychologische Konstitution aus? Eine soziale Schicht oder Altersgruppe kann ich unter ihnen nicht ausmachen.
    Ein anderes Thema, an dem ich feststelle, dass viele Menschen deutlich anders „ticken“ als ich, ist das Thema Macht der Marken von Miriam Berger. Auf mich hat Werbung fast immer einen negativen Einfluss auf mein Kaufverhalten und zwar aus Gründen, die im Beitrag von Miriam Berger nicht vorkommen. Mich spricht ein Produkt an, das meine Individualität bestärkt oder hervorhebt. Wenn aber ein Produkt oder eine Marke beworben wird, also meist Millionen von Menschen angeboten wird, geht diese Individualität verloren und das Produkt erscheint mir weniger wertvoll als ohne Werbung. Noch übler wird es, wenn ich eine Werbung als Bauernfängerei ansehe, ich fühle mich dann als „verarscht“, als Verbraucher deklassiert. Wenn der Nutzer des Produkts auf Wolke 7 durch den Werbeclip schwebt, dann fühlte ich mich beim Kauf des Produkts als Depp. Zwar spare ich so viel Geld aber als Konsument fühle ich mich durch die Werbung wie ein Veganer im Metzgerladen, der sich vor Fleischprodukten ekelt. Bin ich in den Augen von Werbepsychologen nur ein pathologischer
    Einzelfall oder gehöre ich zu einer Gruppe, die einer Spezialbehandlung bedarf?
  • Ursache und Wirkung

    05.02.2015, Bernhard
    Ist der ruhige Puls wirklich Ursache oder ist es eine Wirkung von Umwelteinflüssen?
    Studien berücksichtigen zusammenhängende Fragen oft nicht.
    Deshalb sollte man sehr vorsichtig mit den scheinbaren Ergebnissen sein!

    Es ist das gleiche, wie das bei Langzeitarbeitslosen gemacht wird.
    Anstatt die wirklichen individuellen Umstände zu beleuchten, werden die
    Menschen allgemein in Schubläden gesteckt. Pauschaul beurteilt. Das
    viele einfach krank sind und andere Probleme bewältigen müssen, wird
    nicht gesehen. Diese Menschen bräuchten echte Hilfe. Statt dessen
    werden sie pauschaul beurteilt. Schrecklich.

    Auch sollte man nicht vergessen, dass die Studiendurchführenden immer
    auf die Präsentation ihrer so wichtigen Arbeit angewiesen sind. Es hängt
    immerhin der Einkommensplatz dran.
  • Grundsätzlich?

    04.02.2015, Toni Maier
    Da allgemein bekannt ist, dass solche körperichen und geistigen Merkmale eine individuelle Streueung haben, ist die Aussage "grundsätzlich" in diesem Zusammenhang schlichtweg falsch. Selbst bezüglich der Körpergröße sind Männer nicht grundsätzlich größer als Frauen.
  • Gebt dem Christentum die Würde – und die Heiterkeit zurück

    03.02.2015, Rodenhausen, Helmut W.
    Was für einen Gott erschaffen wir uns, wenn wir uns "künstlich" in die Lage versetzen, hundert Jahre alt zu werden, aber dabei an den sozialen und psychischen Schäden scheitern?
    Wenn wir schon an diesen Gott glauben, warum glauben wir dann nicht an einen der ersten Sätze der Genesis: «Machet Euch die Erde untertan»?
    Dazu würde gehören, dass wir herrschen in einem wahrhaft gottväterlichen Sinne: mit Liebe, mit Weisheit, mit Weitsicht – und mit dem Gottesgeschenk Humor.
    Um Himmels Willen – was ist mit unserem Christentum eigentlich los?
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