Vor elf Jahren gab das US-Landwirtschaftsministerium Ernährungsempfehlungen in Form einer Pyramide heraus. Sie waren als Leitfaden für Verbraucher gedacht, die etwas für ihre Gesundheit tun und chronischen Erkrankungen vorbeugen wollten. An der Basis der Pyramide standen Lebensmittel, die als uneingeschränkt gesund eingestuft wurden. Sie sollten den Hauptteil des Speisezettels bilden. Zur Spitze hin folgten zunehmend problematische Nahrungsmittel, deren Anteil an der insgesamt konsumierten Menge entsprechend niedriger angesetzt wurde.

Die Empfehlungen der Pyramide wurden rasch Allgemeingut: wenig Fette und Öle, dafür pro Tag sechs bis elf Rationen Nahrungsmittel, die viel komplexe Kohlenhydrate enthalten – Brot, Reis, Nudeln und so weiter; ergänzend dazu größere Mengen an Gemüse (darunter auch Kartoffeln, eine weitere Quelle komplexer Kohlehydrate), Früchten und Milchprodukten. Auf dem idealen Speisezettel standen auch täglich mindestens zwei Rationen aus der Gruppe Fleisch und Bohnen, in der rotes Fleisch mit Geflügel, Fisch, Nüssen, Hülsenfrüchten und Eiern zusammengefasst sind.

Schon als die Ernährungspyramide entwickelt wurde, war seit längerem bekannt, dass der Konsum bestimmter Fette zur Erhaltung der Gesundheit unverzichtbar ist und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Umgekehrt gab es kaum Hinweise darauf, dass der Verzehr großer Mengen an Kohlenhydraten gesund sei. Seither mehren sich Forschungsergebnisse, wonach die Ernährungspyramide grobe Fehler enthält. Mit dem Aufruf zum Verzehr komplexer Kohlenhydrate unter Verzicht auf praktisch sämtliche Fette führt sie jedenfalls in die Irre; denn nicht alle Fette sind schädlich und keineswegs alle komplexen Kohlenhydrate gut für die Gesundheit.

Das Zentrum für Ernährungspolitik und Gesundheitsförderung des US-Landwirtschaftsminis