Essen und Trinken
Kommentare: Ungerechtfertigte Verteufelung der Kartoffel
Die offiziellen nationalen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung stimmen in den Grundzügen mit denen überein, die das US-Landwirtschaftsministerium in seiner Ernährungspyramide gibt. Deshalb gelten die kritischen Anmerkungen von Willett und Stampfer mit leichten Modifikationen auch für Deutschland. Ein Ernährungsphysiologe und ein Epidemiologe bewerten sie hier aus heimischer Sicht.
Prof. Dr. med. Christian Barth
Problematisch ist jedoch, wenn Nahrungsmittel verdammt oder empfohlen werden, obwohl sich in prospektiven Kohortenstudien kein Einfluss ihres Verzehrs auf die Gesundheit nachweisen ließ. Das gilt etwa für Gemüse und Obst, bei dem die Nurses Health Study keinen Hinweis darauf liefert, dass sie Dickdarmkrebs vorbeugen. Einen solchen positiven Effekt zeigt jedoch die europäische EPIC-Untersuchung (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Für ihn sprechen auch experimentelle Erkenntnisse zur Wirkung von Inhaltsstoffen pflanzlicher Lebensmittel auf die Zellbiologie des Dickdarm-Epithels und seiner bösartigen Transformation bei Krebs.
Offenbar stößt die Aussagekraft der Epidemiologie da an ihre Grenzen, wo – wie in der homogenen US-amerikanischen gastronomischen Kultur – die verzehrte Menge einer bestimmten Nahrungsmittelsorte in der Bevölkerung nicht stark divergiert. Dem steht eine beträchtliche Spannbreite in Europa gegenüber, wo die täglich konsumierten Mengen an Gemüse und Obst bei Männern von 225 Gramm in Nordschweden (Umea) bis 627 Gramm in Sizilien (Ragusa) reichen.
Deshalb lässt sich auch der fehlende Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Nahrungsfett und Fettsucht in der Nurses Health Study nicht verallgemeinern. Arbeiten in mehreren Lab


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