Artenschutz
Kultur bei Schimpansen
Die Forschungsarbeiten von Jane Goodall tragen Früchte: Wissenschaftler plädieren dafür, Menschenaffen auf der Grundlage von Respekt, Recht und Würde zu schützen.
Theodor C. H. Cole
In den frühen 1960er Jahren berichtete die junge Schimpansenforscherin Jane Goodall in der US-Zeitschrift "National Geographic" über mehrere Persönlichkeiten: David Graybeard, Faben, Fifi, Flo und Goliath. Sie stellte deren Freunde und Familien vor, gewährte Einblicke in Familienstreitigkeiten und beschrieb emotionale Regungen wie Freude und Tränen. Auf einmal erschienen diese Schimpansen nicht mehr als Tiere, sondern als Lebewesen mit Gefühlen und mit Würde. Sie verfügten über ein großes Repertoire verschiedenster Laute (kann man es wohl "Sprache" nennen?), führten "Kriege", benutzten Heilpflanzen und waren – in Ausnahmesituationen – sogar kannibalisch. Dass auch Werkzeugherstellung und -gebrauch nicht allein eine menschliche Fähigkeit ist, hatte Goodall erkannt, als sie beobachtete, wie Schimpansen mithilfe eines zuvor entsprechend präparierten Zweiges oder Grashalms in einem Termitenbau stocherten, um dann die daran krabbelnden Termiten abzulecken.
"Culture in chimpanzees" betitelten denn auch neun namhafte Schimpansenforscher einen Artikel, der die Ergebnisse von sieben Forschungsprojekten beschreibt ("Nature", 17. Juni 1999). Die Autorengruppe unter Federführung von Andrew Whiten von der Universität S


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